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ERC Starting Grant für Forschung zu Meeresspiegeländerungen

30.07.2018
Alessio Rovere wird vom Europäischen Forschungsrat gefördert
Alessio Rovere wird ab 2019 vom Europäischen Forschungsrat gefördert. Foto: MARUM - ZEntrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Alessio Rovere wird ab 2019 vom Europäischen Forschungsrat gefördert. Foto: MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Der Bremer Meeresforscher Dr. Alessio Rovere erhält den ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council). „WARMCOASTS – Meeresspiegel und extreme Wellen der letzten Warmzeit“ ist der Titel des Forschungsprojekts. Roveres Arbeit am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen wird ab 2019 über fünf Jahre mit knapp 1,5 Millionen Euro gefördert.

In der Klimaforschung wird zum Vergleich oft die letzte Warmzeit, zwischen etwa 128.000 bis 116.000 Jahre vor heute, herangezogen. Dies war die Periode der Erdgeschichte, in der das Klima letztmals wärmer war als zur vorindustriellen Zeit. Der Meeresspiegel und auch die Temperaturen lagen höher als heute, die Eisschilde waren kleiner. Wie werden sich Temperaturen, der Meeresspiegel und die Masse der Eisschilde künftig entwickeln? Die Antwort darauf, vermuten Forschende wie Alessio Rovere, liegt im Verständnis der Verhältnisse der letzten Warmzeit – und ihrer Bedeutung.

Ziel: Besseres Verständnis von Küstenprozessen

„In diesem Projekt wollen wir eine multidisziplinäre Kombination von Methoden einsetzen, um den Meeresspiegel, seine Schwankungen und extreme Wellen der letzten Warmzeit zu untersuchen“, erklärt Alessio Rovere. Die Summe will er investieren, um exzellente junge Forschende einzustellen, eine verlässliche globale Datenbank über den letzten interglazialen Meeresspiegel und Wellenproxies zu erstellen sowie neue Feldflächen mit fortgeschrittenen Modellierungs- und Messtechniken zu untersuchen.

„Die Ergebnisse dieses Projekts“, ist sich Alessio Rovere sicher, „werden zum besseren Verständnis der Küstenprozesse unter etwas wärmeren klimatischen Bedingungen beitragen. Ich fühle mich geehrt, dass der ERC mich für diese prestigeträchtige Auszeichnung in Betracht gezogen hat.“ Er wertet den ERC Starting Grant auch als Zeichen für die Relevanz seiner Arbeit der vergangenen Jahre. 

Rovere leitet seit 2014 die Brückengruppe „Sea Level and Coastal Changes“ am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT). Das Projekt WARMCOASTS, das nun vom Europäischen Forschungsrat gefördert wird, basiert auf der Arbeit dieser Gruppe und ist an der Universität Bremen angesiedelt. Nach seinem Studium und Promotion an der Universität Genua (Italien) wechselte Alessio Rovere zuerst an das Lamont Doherty Earth Observatory der Columbia University (USA) und anschließend ans MARUM.

Über den ERC Starting Grant

Der ERC Starting Grant wird in diesem Jahr europaweit an 403 junge Spitzenforscherinnen und -forscher vergeben, für die hohe Auszeichnung sind 3.170 Bewerbungen eingegangen. Insgesamt fördert der Europäische Forschungsrat die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit 603 Millionen Euro. Mit dem Geld soll ihnen ermöglicht werden, ihre eigenen Forschungsideen mit ihren Teams unabhängig umsetzen zu können. Für einen Zeitraum von fünf Jahren wird dabei richtungsweisende Grundlagenforschung mit maximal 1,5 Millionen Euro gefördert. „Die Förderung durch einen ERC Starting Grant unterstreicht nicht nur die hervorragende Expertise der damit ausgezeichneten Personen, sondern auch das attraktive wissenschaftliche Umfeld der Bremer Meereswissenschaften“, sagt Prof. Dr. Michael Schulz, Direktor des MARUM. Von den 20 insgesamt seit Bestehen des ERC an Forschende der Universität Bremen vergebenen ERC-Grants wurden sieben an Meereswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vergeben.

Kontakt:
Dr. Alessio Rovere
Telefon:0421-218 65771
E-Mail: [Bitte aktivieren Sie Javascript]

Weitere Informationen:
MARUM Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ulrike Prange
Telefon: 0421-218 65540
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MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane. Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und den Exzellenzcluster „Der Ozean im System Erde“.

 

Foto: MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Alessio Rovere und sein Team bei der Arbeit im Feld. Foto: MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Alessio Rovere und sein Team bei der Arbeit im Feld. Foto: MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen