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Stürmischer südwestlicher Indischer Ozean im mittleren Holozän

03.01.2022
Blick auf die Ostküste Südafrikas. Foto: Christian Rohleder
Blick auf die Ostküste Südafrikas. Foto: Christian Rohleder

Künftig könnten starke Wirbelstürme auf die Küste von Südostafrika treffen. Das geht aus einer Studie heraus, die Forschende – unter anderem vom MARUM – jetzt im Magazin Nature Geoscience veröffentlicht haben.

Belege für vergangene Stürme werden in Meeressedimenten aufgezeichnet und sind von grundlegender Bedeutung, um langfristige Klimaschwankungen der Vergangenheit einzuordnen. An der Studie sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Südafrika (University of KwaZulu-Natal, Durban), Großbritannien (Ulster University, University of Stirling) und Bremen beteiligt. Die Daten wurden während einer Expedition 2013 mit dem Forschungsschiff METEOR gewonnen. PD Dr. Matthias Zabel und Dr. Anette Hahn vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften haben im Rahmen des vom Forschungsministerium finanzierten Projekts RAiN (Regional Archives for Integrated iNvestigations) maßgeblich zu den Ergebnissen beigetragen.

Im Gegensatz zu Atlantik und Pazifik existierten bislang für den größten Teil des Indischen Ozeans keine Rekonstruktionen der Sturmaktivität, obwohl tropische Wirbelstürme eine Gefahr auch für den südafrikanischen Kontinentalrand darstellen. Das internationale Team hat in marinen Sedimenten nach repräsentativen Ablagerungen gesucht, die auf Stürme hindeuten. Die untersuchten Sedimentkerne stammen aus dem südwestlichen Indischen Ozean vor der Küste Südafrikas. Darin haben die Forschenden eindeutige geochemische Signaturen gefunden, die aus dem mittleren Holozän (vor 7000 bis 4800 Jahren) stammen.

In den Ablagerungen fanden die Forschenden Hinweise auf starke Wirbelstürme, die mit einer stark positiven Abweichung gegenüber dem „normalen“ Unterschied der Meeresoberflächentemperatur im östlichen und westlichen Indischen Ozean (Indischer-Ozean-Dipol, kurz IOD) in Zusammenhang stehen dürften. In Anbetracht aktueller Klimavorhersagen, die eine Zunahme positiver IOD-Abweichungen, das heißt höherer Oberflächenwassertemperaturen vorhersagen, deuten die neuen Erkenntnisse darauf hin, dass die Häufigkeit starker tropischer Wirbelstürme entlang der Süd-Ost-Afrikanischen Küste deutlich zunehmen dürfte. Dies, betont Matthias Zabel, zeigt die dringende Notwendigkeit, die Gefahren durch auf die südafrikanische Küste treffende tropische Wirbelströme neu zu bewerten.

Während der Expedition M 123 mit dem Forschungsschiff METEOR begutachten Erstautor Andy Green (links) Matthias Zabel (rechts) und Kolleg:nnen einen Sedimentkern. Foto: Christian Rohleder
Während der Expedition M 123 mit dem Forschungsschiff METEOR begutachten Erstautor Andy Green (links) Matthias Zabel (rechts) und Kolleg:nnen einen Sedimentkern. Foto: Christian Rohleder

Originalpublikation:

Green, A.N., Cooper, J.A.G., Loureiro, C. et al. Stormier mid-Holocene southwest Indian Ocean due to poleward trending tropical cyclones. Nat. Geosci. (2021). DOI: https://doi.org/10.1038/s41561-021-00842-w

 

Kontakt:

PD Dr. habil. Matthias Zabel
Sediment-Geochemie
Telefon: 0421 218 65103
E-Mail: [Bitte aktivieren Sie Javascript]

 

Mehr Informationen:

Projekt RAiN

Film Nachfolge-Expedition M 123