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Klimaphänomene könnten stärker wirken

14.10.2020
Das Forschungsschiff SONNE unterwegs im Pazifischen Ozean. Hier, im so genannten Indo-Pazifischen Wärmebecken, zeigt sich das Einwirken von Ozean und Atmosphäre aufeinander besonders deutlich. Foto: MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Univers
Das Forschungsschiff SONNE unterwegs im Pazifischen Ozean. Hier, im so genannten Indo-Pazifischen Wärmebecken, zeigt sich das Einwirken von Ozean und Atmosphäre aufeinander besonders deutlich. Foto: MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; M. Mohtadi

Klimaphänomene werden global durch das Zusammenwirken von Ozean und Atmosphäre reguliert. Dazu gehören zum Beispiel El Niño und La Niña und die so genannte Walker-Zirkulation entlang des Äquators, die das heutige Klima entscheidend beeinflussen. Sedimentablagerungen ermöglichen es Forschenden, die Klimavergangenheit zu rekonstruieren und das Zusammenspiel zwischen Ozean und Atmosphäre besser zu verstehen. Ein internationales Team, an dem auch Dr. Mahyar Mohtadi vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen beteiligt ist, hat untersucht, wie Ozeantemperaturen das Klima in den vergangenen 25.000 Jahren reguliert haben.

Ihre Ergebnisse haben sie jetzt in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht. Darin stellen sie einen Zusammenhang her zwischen den verschiedenen Wasserschichten im so genannten Indo-Pazifischen Wärmebecken, die durch ihre unterschiedlichen Temperaturen das Zirkulationssystem anschieben. Das Indo-Pazifischen Wärmebecken im äquatorialen Ost-Indik und im äquatorialen West-Pazifik hat einen großen Einfluss auf das Klima weltweit und wird aufgrund der hohen Temperaturen auch Motor der globalen atmosphärischen Zirkulation genannt.

Unterstützt durch Klimasimulationen kommt das Autorenteam zu dem Schluss, dass bis vor 4.000 Jahren eine höhere Wassertemperatur im Indo-Pazifischen Wärmebecken Klimaphänomene wie El Niño abgeschwächt hat. Dieser Mechanismus hat sich aber umgekehrt und könnte nun dazu führen, dass diese Klimaphänomene in der Zukunft stärker wirken.

Mithilfe einer so genannten CTD-Rosette können Wissenschaftler die Wassersäule beproben und Parameter wie Salzgehalt, Temperatur, Sauerstoff und Partikeldichte in der Wassersäule messen. Sie wird von Bord des Forschungsschiffs SONNE ins Wasser gelassen. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Mithilfe einer so genannten CTD-Rosette können Wissenschaftler die Wassersäule beproben und Parameter wie Salzgehalt, Temperatur, Sauerstoff und Partikeldichte in der Wassersäule messen. Sie wird von Bord des Forschungsschiffs SONNE ins Wasser gelassen. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen

Originalveröffentlichung:

Haowen Dang, Zhimin Jian, Yue Wang, Mahyar Mohtadi, Yair Rosenthal, Liming Ye, Franck Bassinot, Wolfgang Kuhnt: Pacific warm pool subsurface heat sequestration modulated Walker circulation and ENSO activity during the Holocene. Science Advances 2020. DOI: 10.1126/sciadv.abc0402

 

Kontakt:

Dr. Mahyar Mohtadi
Marine Sedimentologie
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