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DFG fördert die nationale Anlaufstelle für wissenschaftliches Datenmanagement bis 2021

04.05.2018
Deutsche Föderation für Biologische Daten (GFBio) unterstützt Wissenschaftler beim Forschungsdatenmanagement
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Daten sind die Grundlage empirischer Wissenschaften. Auch in den Umweltwissenschaften werden Datensätze immer umfangreicher und komplexer. Gleichzeitig bieten sie aber auch immer neue Möglichkeiten – zum Beispiel, wenn ältere Datensätze mit neuen Analysemöglichkeiten kombiniert werden. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt Deutsche Föderation für Biologische Daten (German Federation for Biological Data – GFBio), das am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen koordiniert wird, soll das Management von Forschungsdaten verbessern und den Austausch unter Forschenden stärken. Ab August fördert die DFG das Projekt in seiner dritten Phase mit rund 4,3 Millionen Euro.

„GFBio hilft, ein zentrales Problem der aktuellen Forschung zu lösen: Forschungsdaten auf Dauer nutzbar zu machen und bessere Wissenschaft zu ermöglichen“, sagt Dr. Michael Diepenbroek, Manager des Datenzentrums PANGAEA, an dem das Projekt GFBio koordiniert wird. „Wir bringen Sammlungs-, Genom- und Umweltdaten zusammen. Daraus entsteht ein großes Potential für die Wissenschaft.” So stehen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bereits jetzt fast 5,5 Millionen Dateneinträge aus den acht angeschlossen GFBio-Datenzentren über die Suche des Portals und somit für die Nachnutzung in der Forschung zur Verfügung.

Daten aus öffentlich finanzierte Forschung sollten breit und frei zugänglich sein, und zwar sowohl Rohdaten, die im Forschungsprozess selbst entstehen, wie auch Metadaten, die beschreiben, unter welchen Bedingungen und mit welchen Verfahren die Forschungsdaten zustande gekommen sind. Hier setzt das Projekt GFBio an. 19 Partner aus ganz Deutschland sind beteiligt, darunter Universitäten, Museen und molekularbiologische Archive. Die Teilnehmenden an dem Projekt haben sich den Prinzipien des „FAIR Data“ verschrieben. In diesem Zusammenhang steht FAIR für „Findable, Accessible, Interoperable and Re-usable”, also auffindbar, zugänglich, integrierbar und wiederverwendbar.

GFBio dient dabei als nationale Anlauf-, Vermittlungs- und Beratungsstelle für alle Fragen der Standardisierung und des Managements von biologischen Forschungsdaten während des gesamten Lebenszyklus der Daten, also von der Erhebung über die Archivierung bis hin zur Publikation. In der Konzeptions- und Implementationsphase des Projekts ist unter anderem das Datenportal www.gfbio.org entstanden. In der ab Sommer beginnenden dritten Phase geht es vor allem darum, das Serviceangebot gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu verbessern sowie eine nachhaltige Forschungsdateninfrastruktur aufzubauen. Um dieser eine rechtliche Struktur zu geben, wurde außerdem der gemeinnützige Verein GFBio gegründet.

Insgesamt beträgt das Fördervolumen für die kommenden drei Jahre 4.370.000 Euro. Am MARUM an der Universität Bremen wird das Gesamtprojekt seit Beginn der ersten Förderphase 2013 koordiniert. Das bedeutet, dass die Daten publiziert sowie Umweltdaten mit molekularen Daten besser verknüpft werden.

 

Kontakt:
Dr. Michael Diepenbroek
PANGAEA Manager
GFBio-Koordinator
Telefon: 0421 218 65590
E-Mail: [Bitte aktivieren Sie Javascript]

Ulrike Prange
MARUM Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0421 218 65540
E-Mail: [Bitte aktivieren Sie Javascript]

 

Die „German Federation for Biological Data” (GFBio) ist ein seit 2013 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt mit aktuell 19 wissenschaftlichen Partnerinnen und Partnern. Als Infrastruktur adressiert GFBio die Anforderungen im Forschungsdatenmanagement im Bereich biologischer- und Umweltdaten von Forschungsinstituten, einzelnen Forschenden, deutschen Naturkundemuseen, Entwicklern wissenschaftlicher Software, sowie von großen Forschungsprojekten, Forschungsgruppen und -netzwerken. Die von GFBio angebotenen Dienste decken den kompletten Datenlebenszyklus von der Erfassung der Rohdaten bis zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel ab. Unter anderem werden Forscherinnen und Forscher bei der Vorbereitung von Datenmanagementplänen unterstützt, die inzwischen in vielen Bereichen zum obligatorischen Teil von Forschungsanträgen geworden sind. GFBio agiert dabei als zentrale Ansprechstelle für die langfristige Datenarchivierung von biologischen und Umweltdaten. Die über GFBio abgegebenen Datensätze werden in einem oder mehreren der acht Datenzentren abgelegt und untereinander über so genannte persistente Identifier (zum Beispiel DOIs – „Digital Object Identifier“) verlinkt. Um die Aufgaben über den Projektzeitraum hinaus sicher zu stellen, wurde 2016 der gemeinnützige, eingetragene Verein GFBio e.V. als rechtliche Einheit und zentraler Ansprechpartner gegründet.

PANGAEA wird vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), und dem MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen betrieben. PANGAEA ist offen für jedes Projekt, jede Institution oder einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Daten verwenden, archivieren oder veröffentlichen. Das Informationssystem PANGAEA ist eine Open Access-Bibliothek, mit der Umwelt- und Biodiversitätsdaten aus der Erdsystemforschung archiviert, veröffentlicht und verteilt werden. Die meisten Daten sind – abhängig von Lizenzen und Moratorien innerhalb bestimmter Forschungsfelder – frei verfügbar.

MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane. Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und den Exzellenzcluster „Der Ozean im System Erde“.

 

 

Die Mitglieder des Vereins GFBio (German Federation for Biological Data) bei ihrer Jahresversammlung 2017 in Berlin. Foto: Christine Hillmann-Huber
Die Mitglieder des Vereins GFBio (German Federation for Biological Data) bei ihrer Jahresversammlung 2017 in Berlin. Foto: Christine Hillmann-Huber