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Kalkgrube Lieth bei Elmshorn

Die Kalkgrube Lieth bei Elmshorn (nördlich von Hamburg) ist heute ein geologisches Denk­mal, weil in ihr auf engem Raum praktisch die gesamte Erdgeschichte Norddeutschlands der letzten 250 Millionen Jahre dokumentiert ist. Ein Salzstock – den man im Zentrum der Grube sehen und anfassen kann - hat hier bei seinem Aufstieg aus der Tiefe alle über ihm liegenden Schichten durchstoßen und an seinem Rand mit nach oben geschleppt. Von besonderer wis­senschaftlicher Bedeutung ist aber, dass sich über dem Salzstock durch Auflösung im oberflä­chennahen Grundwasser immer eine kleine Senke in der Landschaft bildete, in der auch die Ablagerungen der ältesten Kaltzeiten unseres Eiszeitalters vor den jüngeren Gletschern ge­schützt waren und erhalten blieben.

Kryoturbationsformen in der Moränendeckschicht der Grube Lieth bei Elmshorn

Katalog Nr. 16: Kryoturbationsformen in der Moränendeckschicht der Grube Lieth bei Elmshorn; H91, B86, UT. Die Moränendecke, die in früheren Kaltzeiten im Gebiet von Lieth abgelagert wurde, hat während der Weichsel-Kaltzeit (der letzten Kaltzeit in Nordeuropa) eine Überformung durch Kryo­tur­bationsvorgänge (Bodenbewegung im Wechsel von Gefrie­ren und Auftauen über ständig gefrorenem tieferen Untergrund, vgl. dazu auch Beschreibung zu Katalog Nr. 26) erfahren. Das sehr feinkör­nige Moränenmaterial mit nur wenigen größeren Steinen zeigt eine deutliche Entmischung und Sortierung der unterschiedlich schweren Sedi­mentpartikel in ausgeprägten Schlieren­strukturen. Die typische Taschenform solcher Brodel­böden ist hier nur angedeutet zu finden. Die im Profil vorhandenen Steine stammen sämtlich von der ursprünglichen Bodenoberfläche. Sie zeigen nämlich die typischen Spuren und For­men von Windkantern, die in einem vege­ta­tionsarmen, kalten Tundrenklima durch vom Wind trans­portierten Sand geschliffen wurden. Durch die Kryo­tur­ba­­tionsvorgänge wurden sie dann in tiefere Bodenschichten eingearbeitet.

Altpleistozäne Sande, Tone und Torfe

Katalog Nr. 15: Altpleistozäne Sande, Tone und Torfe; H123, B102, HH. Die Ablagerungen des frühen Eiszeitalters (Altpleistozän) sind hier als Folge von Sanden, Tonen und Torfen dokumentiert. Die Torfe kennzeichnen ein wärmeres Klima; die Sande und Tone belegen die Ablagerung in fließendem bzw. ruhigem Wasser. An einer Störung, die durch die Auflösung des Salzes durch das Grundwasser über dem Salzstock entstanden ist, werden die Schichten gegeneinander verschoben.

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    Imprint | © marum | This page was last updated by: Dr. Frank Schmieder. Date: 24-10-2006, 12:46 PM 58