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Logbuch METEOR M89

Am 3. Oktober startete das deutsche Forschungsschiff METEOR von Las Palmas aus zu einer Atlantiküberquerung. Mit an Bord ist MARUM-Wissenschaftler Dr. Jan-Berend Stuut, der für sein Forschungsprojekt „DustTraffic: Transatlantic Fluxes of Saharan Dust“ insgesamt 1,97 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat erhält. Diese METEOR-Expedition ist der Auftakt des geförderten Forschungsvorhabens, in dem Stuut und sein Team die Transportwege des Saharastaubs und dessen Effekte auf die Meeresumwelt erforschen wollen. Zusammen mit Kollegen vom niederländischen Meeresforschungsinstitut NIOZ (Nederlands Instituut voor Onderzoek der Zee) wird Stuut entlang der Strecke bei etwa 12 Grad nördlicher Breite zehn Sedimentfallen unter Wasser aussetzen. In den Fallen sammelt sich alles, was zum Meeresboden rieselt. Anhand der Proben aus den Sedimentfallen können der Staubtransport und seine Auswirkungen später im Labor analysiert werden. In diesem Logbuch berichtet der Meeresgeologe Stuut regelmäßig vom Arbeiten und Leben an Bord des Forschungsschiffes.

Haben Sie Fragen an die Wissenschaftler an Bord der METEOR? Schreiben Sie uns einfach eine E-mail:

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    Logo der Expedition

    Klick auf die METEOR, um die aktuelle Position des Forschungsschiffs zu sehen!




    18. Oktober

    Wir beproben den Meeresboden, indem wir mit dem sogenannten Multicorer kleine Plastikrohre in den Meeresboden drücken.

    Rechts kann man das Gerät sehen, das ein wenig wie ein Oktopus aussieht. Wir haben insgesamt 12 Rohre, drei graue und neun durchsichtige. Der Multicorer wird an einem langen Kabel zum Meeresboden herabgelassen. Sobald er auf dem Meeresboden steht, werden die Rohre in den Meeresboden gedrückt. Das obere und untere Ende an jedem Rohr wird mit Deckeln verschlossen und das komplette Gerät wieder an Deck geholt.

    Unten sieht man vier Rohre: ein graues und drei durchsichtige. Die Probennahme mit dem linken Rohr ist missglückt. Es wurde wohl in den Meeresboden gedrückt, kam aber leer wieder hoch. Die anderen drei Rohre sind fast halbvoll: ein guter Fang!




    Zuerst wird das Rohr auf eine Art Stempel mit Löchern im Abstand von je einem Zentimeter gesetzt. Nacheinander wird ein Stab in jedes Loch gesteckt und das Rohr bis zum Stab verschoben, so dass wir den Kern in je 1-zentimetergroßen Scheiben beproben können.


    Die oberste Schicht des Sediments im Rohr (der heutige Meeresboden) ist sehr weich und wird teils mit der Spritze, teils mit einem Löffel abgetragen und in eine Petrischale gefüllt.



    Der Rest des Kerns besteht aus relativ festem Material, das in Scheiben geschnitten werden kann.


    Oben sieht man die oberste Schicht des Kerns – den heutigen Meeresboden, den wir aus einer Wassertiefe von etwa 5 Kilometern haben!

     
     
     

    Hier sieht man Matthias, der uns zusammen mit Akio beim Beproben des Kerns hilft. Auf dem Tisch liegen die Petrischalen, die teilweise mit Sediment gefüllt sind, das später im Labor an Land untersucht werden wird. Trotz der späten Stunde (hier ist es schon vier Uhr nachts) sind Matthias und Akio noch gut gelaunt und sehr willkommene Kollegen!


    Eigentlich muss man gar nicht so weit weg, um Sahara-Staub zu untersuchen: Heute erreichte eine große Staubwolke Nordeuropa. Das Material stammt aus Algerien (Link zu Niederländischer Seite)

    17. Oktober


    Heute war wieder ein sehr arbeitsreicher Tag, an dem wir unsere fünfte und letzte Verankerung ausbringen konnten. Da wir nahe der innertropischen Konvergenzzone sind, konnten wir diese spektakulären Wolken beobachten! Schön, oder?!

    16. Oktober


    In einem früheren Eintrag im Logbuch habe ich ein Foto von der METEOR bei Nacht gezeigt. Darauf lässt sich gut erkennen, wo genau sich das Rettungsboot an Bord befindet.

    Da wir gestern den ganzen Tag mit Station M4 beschäftigt waren, wurde die wöchentliche Sicherheitsübung, die normalerweise montags stattfindet, auf heute verschoben. Für die wissenschaftliche Crew bedeutet das: warme Kleidung anziehen und Schwimmweste anlegen und aufpassen, keinem im Weg zu stehen.

    Alle gehen dann an Deck zum allgemeinen Sammelplatz. Zuerst wird durchgezählt, ob auch alle da sind. Dann kümmert sich die Mannschaft um das Problem (heute trainieren sie ein paar Feueralarmübungen) und die wissenschaftliche Crew wird zu den Rettungsbooten gebracht.

    Links sieht man eines der beiden Rettungsboote. Zum Glück durften wir in das andere (siehe unten) mit dem offenen Dach – da ist es nicht so heiß …


    Das andere Rettungsboot heißt Meteorit.

    Dort angekommen, mussten alle einsteigen und Leif erklärte uns, was bei einem Notfall beachtet werden muss.
    Wir saßen mit nur 10 Personen im Boot, es sollen aber 41 Menschen hinein passen! An Bord gibt es zu Trinken und zu Essen (in Form von Spezialkeksen, von denen jeder pro Tag einen bekommt). Uns wurde erklärt, wie lange ein Mensch überleben kann:

    3 Minuten ohne Luft
    3 Tage ohne Wasser
    3 Wochen ohne Essen

    … wir wollen das jetzt aber nicht ausprobieren …


    Akio und Matthias haben noch ihren Spaß dabei!


    Bild oben: Eine der kleinen Tonnen mit Keksen (blaue Packung) und Medikamenten gegen Seekrankheit.



    Heutzutage gibt es zwar viele Möglichkeiten, um im Notfall Menschen auf See schnell zu finden, aber mit den Vorschriften und Verhaltensregeln wird trotzdem sichergestellt, dass ein Schiffbrüchiger im Rettungsboot lange überleben kann. Wenn zum Beispiel nach 30 Tagen der Essensvorrat aufgebraucht ist, muss man sich selbst versorgen; und auf hoher See kann man natürlich Fisch probieren. Allerdings kann man nicht alle Fische essen: Manche schmecken einfach überhaupt nicht oder sind sogar giftig! Darum gibt es beim Überlebenspaket auch eine Liste mit Bildern und Beschreibungen, die zeigen, welchen Fisch man nicht essen sollte. Barry (links im Bild) zeigt die Liste herum.

    Wir hoffen selbstverständlich, dass niemand an Bord jemals ein solches Rettungsboot brauchen wird, aber es war gut, alles einmal gesehen und erfahren zu haben, was im Falle einer Notsituation wichtig ist und wie man sich verhält.


    15. Oktober

    Heute ist ein geschäftiger Tag an der vierten Station, an der wir eine Verankerung aussetzen. Das bedeutet volles Programm mit Multibeam-Untersuchung, CTD und Wasserproben nehmen, Multicorer und Aussetzen der Verankerung.


    Jedes Mal wenn ein Multicorer zum Meeresboden hinunter ging, habe ich ein Netz mit Styroporbechern daran befestigt. Diese Becher wurden Ende September von den Kindern aus Brittes Klasse aus der Grundschule „De Fontein“ in Den Burg, Texel, verziert. Auf den Fotos kann man sehen, wie klein die Becher geworden sind. Nach der Reise bekommen die Kinder ihre Becher zurück und ich werde ihnen erklären, wie der immens hohe Druck (um die 500 bar), der in 5000 Metern Wassertiefe herrscht, die ganze Luft aus dem Styropor presst…

    Zum Vergleich: Der große Becher hat noch Originalgröße!


    14. Oktober

    Heute fahren wir dicht an der ITCZ (innertropische Konvergenzzone; engl.: Inter-Tropical Convergence Zone). In diesem Gebiet treffen Winde von der nördlichen und der südlichen Hemisphäre aufeinander. Diese Konvergenz geht einher mit aufsteigender Luft, wobei fantastische Wolken entstehen, aus denen aber leider auch viel Wasser tropft…

    Das Foto rechts wurde vom Heck des Schiffs aufgenommen. Das Foto unten wurde vom Bug aus gemacht, wo Regen und Sonne gerade einen Regenbogen entstehen ließen.



    13. Oktober


    Der oberste Smartie ist nicht nur wichtig, um die Verankerung aufrecht zu halten und sie nach einem Jahr Staubsammeln wieder nach oben an die Wasseroberfläche zu bringen, er trägt auch viele verschiedene Instrumente.

    Unten sieht man das Ortungsgerät (silberne Röhre), das ein Signal aussendet, sobald es aus dem Wasser heraus kommt. Sollte das Kabel reißen, käme die Verankerung nach oben, was wir dann dank des Ortungsgeräts sofort sehen würden. Das ist außerdem sehr praktisch, wenn wir die Verankerung nach einem Jahr wieder herausholen wollen und sie nicht direkt von der Brücke aus sehen können…


    Die vier roten Scheiben mit der blauen Umrandung, die man auf dem Smartie unten sieht, sind Teil des ADCP (Acoustic Doppler Current Profiler), der Strömungsgeschwindigkeiten messen kann. Da der Saharastaub durch den Ozean hinunter zum Meeresboden sinkt, wollen wir natürlich wissen, ob er geradewegs nach unten sinkt oder vielleicht von Strömungen unter Wasser woanders hingetragen wird.
    Die Zahl auf dem Smartie (519) gibt das Auftriebsvermögen an, bei diesem hier also 519 Kilogramm: Es könnten also um die 10 Kinder auf dem Smartie stehen und er würde immer noch schwimmen!


    12. Oktober


    Der Anker sinkt natürlich am schnellsten nach unten und als Letztes geht die Top-Boje unter. Es ist natürlich sehr wichtig zu wissen, wo genau die Verankerung am Ende zum Stehen kommt. Darum fahren wir immer sofort auf die Stelle zu, an der der oberste Smartie schwimmt; so können wir dabei zusehen, wie die Verankerung in die Tiefe sinkt.

    Weil der Ozean hier fast 5000 Meter tief ist, dauert es länger als eine Stunde bis der Anker auf dem Meeresboden ankommt. Mit einer Art Fernbedienung halten wir immer noch Kontakt zur Verankerung. Rechts sieht man Bob mit dem Gerät, mit dem wir diese Peilung machen. Die drei Verankerungen, die wir bislang ausgesetzt haben, stehen genau da, wo wir sie haben wollen!


    11. Oktober


    Bevor wir ein Instrument zu Wasser lassen, ist es gut, die genaue Wassertiefe zu kennen. Besonders bei den verankerten Sedimentfallen ist es von entscheidender Bedeutung, die Wassertiefe zu kennen, da die Bojen implodieren können, wenn sie zu hohem Druck (= in zu großer Wassertiefe) ausgesetzt werden.

    Vor der Reise habe ich die Wassertiefen grob anhand von verfügbaren Seekarten abgeschätzt. Allerdings stellten diese sich als nicht sehr präzise heraus, aus dem einfachen Grund, weil es dort kaum Schiffsverkehr gibt. Außerdem sind Wassertiefen von über 4000 Metern für Schiffe sowieso „tief genug“, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten…

    Links sieht man eine Aufnahme des Multibeam-Bildschirms. Dieses Gerät misst die Tiefe sehr präzise. Zum Glück fanden wir für die Verankerung M2 eine gute Stelle in 4800 Metern Wassertiefe.


    Das Aussetzen einer Verankerung ist wirklich Teamarbeit: man braucht einen Kran, eine Winde, den A-Rahmen, was alles von unterschiedlichen Personen bedient wird. Außerdem müssen alle Instrumente am Kabel befestigt werden, und das sowohl an der richtigen Stelle als auch in der richtigen Reihenfolge!

    Links sieht man, wie eine Sedimentfalle ausgesetzt wird. Sie ist zu schwer, um sie per Hand hochheben zu können, also braucht man einen Kran.

    Auf der rechten Seite steht Yvo am Verankerungstisch, einer klassischen NIOZ-Erfindung: Am Tisch ist ein Haken angebracht, durch den das Kabel läuft. Wenn ein neues Instrument angebracht werden muss, kann das Kabel festgemacht werden, so dass keine Spannung mehr darauf lastet. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch sicher.

    Was man auf dem Bild nicht sehen kann, sind die starken Schiffsbewegungen in alle Richtungen. Aus diesem Grund müssen alle Personen, die in der Nähe der Schiffskante arbeiten, eine Schwimmweste tragen. Weil wir aber mit solchen großen orangefarbenen Dingern nicht richtig arbeiten könnten, haben wir Schwimmwesten, die sich selbst aufblasen, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen (das blaue Ding mit gelben Aufklebern, das Yvo an hat).





    Alle unsere Verankerungen werden von oben nach unten ausgesetzt: zuerst die Top-Boje, als letztes der Anker. Diese ganze Prozedur wurde vorher am NIOZ vorbereitet, wo die richtige Reihenfolge der Instrumente und die passende Länge des Kabels bestimmt wurden. Da die meisten Instrumente Strom benötigen, haben sie Batterien. Ein weiterer Grund, warum es so wichtig ist, dass jemand (hier: Bob) mit kritischem Blick alle Instrumente kontrolliert, die über Bord gehen. Er überprüft die einzelnen Instrumente, die Reihenfolge, ob sie überhaupt eingeschaltet sind, und zum Beispiel auch, ob die Deckel der Sedimentfallen abgenommen wurden, damit sie überhaupt Sediment sammeln können…

    Das wohl wichtigste Teil einer Verankerung ist das Teil, das dafür sorgt, dass die ganze Verankerung nach einem Jahr zurück an die Oberfläche kommen kann.

    Die orangefarbenen Smarties sorgen für Auftrieb, dagegen hält der Anker, der das ganze Ding an seinem Platz hält. Die Verbindung dazwischen ist der sogenannte Releaser (Auslöser).

    Rechts sieht man zwei dieser Releaser (silberne Röhren) auf dem Verankerungstisch. Am unteren Ende der Releaser ist ein Haken (weißer Pfeil) angebracht, der einen Bügel hält (gelber Pfeil). Nach einem Jahr erhalten die Releaser den Befehl, den Bügel loszulassen, so dass die Smarties den ganzen Strang nach oben an die Wasseroberfläche ziehen können.
    Allerdings funktionieren die Releaser manchmal aufgrund eines Problems mit den Batterien nicht. Aus Sicherheitsgründen sind die beiden Bügel an einer Kette (roter Pfeil) angebracht, die durch einen Ring läuft (blauer Pfeil). Falls sich nur einer der beiden Releaser öffnen sollte, wird die Kette durch den Ring gezogen und die Verankerung kann trotzdem nach oben steigen.



    Als Allerletztes geht das Ankergewicht (hier 800 kg) ins Wasser, am besten natürlich mit einem riesen Platsch!

    9. Oktober


    Auf diesem Foto sieht man den Horizont beinahe im Nebel verschwinden. Das ist aber natürlich gar kein Nebel, sondern Staub!

    Dieser Staub sammelt sich in unseren Staubkollektoren, die im Turm über der Brücke stehen. Die orange-braune Verfärbung zeigt, wie viel Staub sich in der Luft befindet.


    8. Oktober: Das ist, was wir wollen!!!

    Das Satellitenfoto der NASA (von der NASA Earthobservatory Webseite) zeigt einen Staubsturm, der von Nordwest-Afrika aus über den Atlantik geweht wird. Der Sturm ereignete sich gestern und kommt nun genau auf uns zu!

    Besser geht nicht!!!


    7. Oktober


    Heute kamen wir um vier Uhr nachts an der ersten Station an, wo wir eine Verankerung aussetzen wollen. Alles zusammengenommen sind wir bis 19 Uhr abends beschäftigt gewesen: ein langer Tag, aber alles, was wir schaffen wollten, ist geglückt!

    Auf diesem Foto kann man Bob am Rahmen der CTD stehen sehen. Direkt neben seiner Hand ist eine der vier grauen Flaschen, die jeweils 12 Liter fassen. Daneben befindet sich innen am Rahmen angebracht ein weiteres Instrument, mit dem wir die Temperatur, die Tiefe und den Salzgehalt des Wassers messen können. Dadurch, dass wir die CTD an einem Kabel durch das Wasser bis hinunter zum Meeresboden lassen, können wir ein Profil des Ozeans machen. Außerdem können wir an interessanten Stellen (auf dem Profil zu erkennen) Wasserproben mit den grauen Flaschen nehmen. Es ist hier jetzt etwa 5 Uhr morgens, also noch dunkel!

    Hier stehe ich neben dem Multicorer. Das ist ein Gerät mit 12 Röhren von jeweils etwa einem Meter Länge, mit denen wir Proben vom Meeresboden nehmen können.

    Am Rahmen habe ich ein Netz angebracht, das neun Styropor-Becher enthält, bemalt von Schülern der Grundschule „De Fontein“ auf Texel.

    Der Multicorer ging in eine Tiefe von über 5 Kilometern, wo ein Druck von mehr als 500 bar herrscht. Im Bild rechts unten kann man sehen, was solch ein Druck mit den Bechern anstellt: Alle Luft wurde aus dem Styropor herausgedrückt und so wurden die Becher ziemlich klein! Die Verzierungen der Kinder sind aber immer noch gut zu sehen.




    6. Oktober

    Fliegende Fische: Es gibt sie wirklich!

    Heute haben wir viele dieser lustigen Kreaturen gesehen, die immer unerwartet aus dem Wasser herausspringen. Daher ist es nicht leicht, sie zu fotografieren, aber Matthias ist es mit diesem tollen Bild geglückt.



    Wasserhosen entstehen, wenn das Meerwasser sehr warm (über 26, 5°C) ist. Hier, südlich der Kapverden, ist das Meerwasser 29°C warm; mehr als warm genug, um diese kleine Wasserhose entstehen zu lassen.

    Es ist Zeit, die wissenschaftliche Crew vorzustellen: Hier sieht man meine sechs Kollegen an Bord, jeder in seinem eigenen Arbeitsumfeld.

    Die beiden Meteorologie-Studenten aus Hamburg Matthias Brück (links) und Akio Hansen (rechts) untersuchen, wie sich Wolkenformationen bilden.



    Barry (links) und Yvo (rechts, versteckt: er ist ein wenig schüchtern), beide vom NIOZ-MTM, kümmern sich um den Zusammenbau und das Ausbringen der Verankerungen.

    Gib den beiden ein Stück Metall, Holz oder Plastik und sie schaffen es, daraus ein exzellentes Werkzeug herzustellen!



    Bob (NIOZ-GEO) ist unser Elektro-Techniker; er nimmt sich die Teile der Ausrüstung mit Stromkabel vor, modifiziert sie, baut sie wieder zusammen und höchstwahrscheinlich funktionieren sie dann besser als zuvor. Er ist außerdem für den Einsatz der CTD-Sonde verantwortlich und hilft Barry und Yvo mit den Verankerungen. Michèlle studiert Geowissenschaften an der VU Amsterdam. Immer ein Lächeln auf den Lippen übernimmt sie alle möglichen Aufgaben an Bord: Sie filtert Wasser, beprobt Sedimentkerne, beschriftet Petrischalen oder tauscht Staubfilter aus. Sie stellt sich jeder Herausforderung!



    5. Oktober



    Bob und Michèlle kontrollieren die aufgezeichneten Daten…

    Ich bekam die Frage, was genau Staubkollektoren sind und was sie tun. Links kann man unsere beiden Staubsammler sehen: Sie sind eigentlich nichts anderes als ein Staubsaugermotor, der Luft durch einen Filter ansaugt. Ist nun Staub in der Luft, bleibt er von selbst auf dem Filter liegen. Hinter der Tür des Staubkollektors befindet sich sowohl der Motor als auch die Elektronik, die Luftfluss, Temperatur etc. aufzeichnet. Direkt unter der Klappe ist der weiße Filter angebracht, durch den die Luft gesaugt wird (siehe Bild unten).


    Hier kann man einen Blick in die Küche werfen. Heute steht gebackener Lachs auf der Speisekarte. Klaus (der Koch) und seine Kollegen verwöhnen uns!

    … was man auch am glücklichen Gesichtsausdruck von Yvo sehen kann …



    4. Oktober

    Ein weiteres Bild von Matthias Brück, diesmal mit Wolken, die wie Wellen im Wasser brechen.



    In zwei Tagen können wir hoffentlich die erste Verankerung ausbringen. Dies erfordert einiges an Logistik: Alle Instrumente müssen in der richtigen Reihenfolge ausgerichtet werden. Yvo und Barry (die beiden mit den weißen Helmen in der Mitte des Bildes) bereiten alles zusammen mit der Schiffscrew vor.

    Rechts unten im Bild erkennt man die Smarties, festgezurrt an Deck. Links stehen die weißen Sedimentfallen bereit.

    In der Abbildung rechts sind alle Instrumente eingezeichnet, aus denen die Verankerung besteht.


    3. Oktober


    Es sind zwei Meteorologie-Studenten der Universität Hamburg mit an Bord (Matthias und Akio), die untersuchen wollen, wie sich Wolkenformationen bilden. Dieses wunderschöne Bild hat Matthias Brück gemacht.

    Das Hauptziel dieser Reise ist es, den Staub aus der Sahara zu untersuchen. Der Großteil des Saharastaubs landet letztendlich im Ozean, wo wir ihn unter Wasser mit Hilfe der Verankerungen (zunächst) über ein Jahr lang einsammeln wollen.

    Zusätzlich haben wir zwei Kollektoren, die Staub aus der Atmosphäre sammeln. Zwei dieser Staubkollektoren sind am Mast über der Brücke angebracht. Diese Instrumente (der blaue Postkasten hinter mir und der beige auf der linken Seite) müssen sehr gut befestigt werden, weil es dort oben am meisten schaukelt.


    2. Oktober

    Wir sind auf Gran Canaria gelandet und zur Hauptstadt Las Palmas gefahren, wo die METEOR bereits auf uns wartet! Trotz des schlechten Wetters hat sie den Hafen genau nach Zeitplan erreicht.



    Die METEOR hell erleuchtet bei Nacht!

    24. September


    Dank der Satelliten können wir heutzutage die Staubfahnen sehr genau beobachten. So können wir genau sehen, woher das Material kommt und wohin es verweht wird.

    Das Bild von der NASA zeigt einen Staubsturm, der im Juli diesen Jahres auftrat. Laut dem dazugehörenden Text auf der NASA Webseite wurde das Bild am 21. Juli 2012 aufgenommen, aber ich vermute, dass es eigentlich eine Zusammensetzung über mehrere Tage hinweg ist.

    23. September

    Heute Nachmittag ist die METEOR Richtung Nordsee aufgebrochen. Jetzt fährt sie entlang der ostfriesischen Inseln, viel Glück gegen diesen Sturm!
    Bild: www.sailwx.info


    22. September


    Am Freitag haben Piet Grisnigt vom NIOZ und zwei weitere Fahrer unsere ganze Ausrüstung in Bremerhaven an die Pier gebracht, wo am Abend die METEOR festgemacht wurde.

    Am folgenden Tag brachten Yvo Witte und Barry Boersen vom NIOZ alles an Deck.

    Am Montag, dem 24. September, wird das Forschungsschiff METEOR den Hafen Richtung Las Palmas verlassen und dort – wenn das Wetter mitspielt – am 2. Oktober ankommen. Wir freuen uns jetzt schon darauf, am 3. Oktober an Bord gehen zu können!


    21. September

    Unser ganzes Equipment wurde auf vier LKWs geladen und nach Bremerhaven gebracht. Im Vordergrund ist ein Anker zu sehen, angefertigt aus großen Stahlteilen. Dieser Anker wiegt 2000 Kilogramm!





    Das untere Bild zeigt den zweiten LKW beladen mit dem Rest der Smarties. Die in Folie eingepackten Gegenstände sind Kabelrollen. Insgesamt brauchen wir etwa 16 Kilometer Kabel!



    19. September


    Die Sedimentfallen: überprüft, gesäubert und startklar für den Transport. Die Fallen sind eigentlich große Trichter, die an einem langen Kabel ins Meer gehängt werden. Alles, was im Wasser Richtung Meeresboden rieselt, wird von ihnen aufgefangen und fällt durch den Trichter in ein kleines Gefäß.

    Diese sogenannten „Smarties“ sind Auftriebskörper. Jeder Smartie wiegt an der Luft gut 300 Kilogramm, kann aber einen Apparat mit einem Gewicht von bis zu 350 Kilogramm im Wasser schwimmen lassen!


    Unsere Route von Las Palmas auf den Kanaren über die Kapverdischen Inseln bis Christobal auf der Atlantikseite des Panamakanals. M1 bis M5 zeigen die Verankerungsplätze.



    Dies ist letztendlich das Ziel der Reise: Ein Ost-West-Transekt bei 12° nördlicher Breite.

    Dieses Bild stellt den Transekt mit vier der insgesamt fünf Verankerungen bestehend aus den Sedimentfallen (gelb), den Auftriebskörpern (orange) und zwei an der Wasseroberfläche schwimmenden Staubkollektoren dar.

    Die Sedimentfallen sammeln alles an Material ein, was durch die Wassersäule nach unten sinkt, und natürlich hoffen wir auf jede Menge Saharastaub!

    Die schwimmenden Staubkollektoren sind noch nicht fertig; sie werden hoffentlich auf unserer nächsten Fahrt im November 2013 ausgesetzt werden können.


    Auf der Weltkarte sind klar die grünen Vegetationsflächen, aber auch der Wüstengürtel zu erkennen; die Sahara ist mit Abstand die größte Wüste der Erde.
    Hintergrundbild: NASA

     

     
     
    Imprint | © marum | This page was last updated by: Jana Stone. Date: 30-10-2012, 11:29 AM 58