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11.12.: GLOMAR Best Paper Award
Bremer Graduiertenschule GLOMAR feiert ihre ersten Absolventen
Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftlerin
Gestern wurde Dr. Eva Niedermeyer mit dem „Best Paper Award 2009“ der Internationalen Bremer Graduiertenschule für Meereswissenschaften GLOMAR ausgezeichnet. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis für die beste wissenschaftliche Veröffentlichung wird jährlich an eine Doktorandin oder einen Doktoranden der Graduiertenschule vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen des GLOMAR Graduation Day statt. Auf dieser Abschlussfeier entließ die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Graduiertenschule ihre ersten Absolventen.
Eva Niedermeyer hatte gestern doppelt Grund sich zu freuen. Sie ist in diesem Jahr nicht nur Preisträgerin des Best Paper Awards 2009, sondern eine der ersten Absolventinnen der Graduiertenschule. Zusammen mit ihren Mitstreitern Stephan Klapp, Yu-Shih Lin, Feng Ding, Frauke Schmidt, Uwe Stöber und Florence Schubotz hatte sie kürzlich ihren Doktortitel erhalten. Bei den gestrigen Feierlichkeiten stellte sie ihre preisgekrönte Veröffentlichung vor, die im Oktober dieses Jahres in der Zeitschrift Geophysical Research Letters erschien.
„Meine Studie beschäftigt sich mit dem Paläoklima – dem Klima vergangener Zeiten. Wir wollten herausfinden, welche Mechanismen in den letzten 44 000 Jahren der Erdgeschichte zu langen Dürreperioden in der afrikanischen Sahelzone führten.“ erklärt die Biologin. Hierzu untersuchte sie Meeresablagerungen, die vor der Küste Senegals gewonnen wurden. Mit Hilfe geochemischer Analysen rekonstruierte Dr. Niedermeyer zusammen mit ihren Kollegen die Temperaturen im Meerwasser und an Land. Beide Klimagrößen scheinen eng miteinander verknüpft.
„In unseren Daten können wir erkennen, ob sich zuerst die Meerestemperatur änderte und dann das Klima an Land oder umgekehrt.“ erklärt Eva Niedermeyer. Es ist bis heute nicht geklärt, wie Änderungen der Wassertemperaturen vor der westafrikanischen Küste mit kurzfristigen Klimaschwankungen in der Sahelzone zusammenhängen. „Längerfristigen Dürren im Sahel, die sich vor einigen Jahrtausenden ereigneten, liegt allerdings ein anderer Mechanismus zugrunde“, sagt Eva Niedermeyer. Ihre Daten zeigen, dass sich die Wassertemperaturen erst änderten, als die Trockenperioden bereits eingesetzt hatten. Daher vermutet das Forscherteam den Auslöser der Saheldürren im weit entfernten Nordatlantik. Hier schwächte sich die Ozeanzirkulation zu bestimmten Zeiten ab. Die Ablagerungen vom Meeresboden belegen, dass die Dürreperioden eintraten, als die Zirkulation schwächer geworden war.
„Eva Niedermeyer hat mit Ihrer Arbeit einen sehr wichtigen Beitrag geleistet, um die Ursache von lang anhaltenden Dürreperioden in der Sahelzone besser zu verstehen“, sagte Laudator Prof. Michael Schulz, stellvertretender Direktor des MARUM. „Das von ihr verwendete Analyseverfahren steht erst seit kurzer Zeit zur Verfügung. Eva Niedermeyer hat diese zukunftsweisende Methode für diese Region angewendet.“
Die frisch gebackene Absolventin wird ihre Arbeiten zukünftig am California Institute of Technology (Caltech) in den USA fortsetzen. Während ihrer Doktorandenzeit besuchte sie das kalifornische Institut bereits zweimal, wobei ihr zweiter Aufenthalt als Gastwissenschaftlerin dort über GLOMAR finanziert wurde.
Die Preisträgerin hat Biologie in Regensburg und Gießen studiert und kam 2006 als Doktorandin ans MARUM nach Bremen. Seit 2007 ist sie Mitglied in der Graduiertenschule GLOMAR (Global Change in the Marine Realm / Globaler Wandel in der Meeresumwelt) und gehört damit zur Riege der ersten GLOMAR Doktoranden. GLOMAR wurde im November 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative gegründet und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Ausgewählte Nachwuchswissenschaftler erhalten hier gemeinsam eine exzellente Ausbildung in allen Bereichen der Meereswissenschaften von der Ozeanographie bis zum Seerecht. "Durch den interdisziplinären Ansatz, den wir in GLOMAR verfolgen, bilden wir eine neue Generation von Wissenschaftlern aus, die gewappnet ist, sich den komplexen Herausforderungen, die der Globale Wandel gerade für die Küsten und Meere mit sich bringt, zu stellen." sagt Prof. Dr. Dierk Hebbeln, Direktor der Graduiertenschule GLOMAR.
Weitere Informationen / Interviewanfragen / Bildmaterial:
Albert Gerdes
MARUM-Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0421 – 218-65540
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