Login | Sitemap | Deutsch |
Pagecontent:
Path: home - Public Relations - Archive - Press Releases 2008 - 03.09.: Zucker für die Wissenschaft
 
This page is not available in English!

03.09.: Zucker für die Wissenschaft

SUGAR – Ein 13 Millionen Euro-Projekt
zur Sicherung unserer Energiezukunft

Steigende Energiepreise, schwindende Erdöl- und Erdgasvorkommen, explodierende Kosten bei der Erschließung von Öl- und Gasfeldern – vor diesem Hintergrund rückt ein neuer möglicher Energieträger in den Fokus des Interesses: Gashydrat im Meeresboden, das auch als „brennendes Eis“ bekannt ist. Unter dem Kürzel SUGAR starten 30 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft am 5. September in Kiel ein großes nationales Verbundvorhaben, das in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 13 Millionen Euro gefördert wird. Mit innovativen Methoden wollen die Projektpartner erkunden, wie das Erdgas Methan aus untermeerischen Hydratlagerstätten gewonnen und im Gegenzug Kohlendioxid aus Kraftwerken dort sicher eingelagert werden könnte. Eines der sieben Teilprojekte wird von Prof. Gerhard Bohrmann vom Bremer MARUM geleitet.

In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftlergruppen u.a. des MARUM im Rahmen der Grundlagenforschung versucht, die Methanhydratvorkommen im Meeresboden zu bilanzieren und die Funktionsweise der an diesen Vorkommen gebundenen Ökosysteme besser zu verstehen. Methanhydrate wurden an fast allen Kontinenträndern ab Wassertiefen von etwa 400 m nachgewiesen. Heute wird geschätzt, dass, umgerechnet in Kohlenstoff, etwa 3.000 Milliarden Tonnen Gashydrate im Meeresboden lagern. Das sind rund 10mal mehr als alle heute verfügbaren, Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Gashydrate sind allerdings nur unter bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen stabil. Diese sind in der flachen Nord- und Ostsee nicht gegeben. Deutschland besitzt daher keine eigenen Hydrat-Vorkommen. Durch das SUGAR-Projekt wird die deutsche Wissenschaft und Industrie jedoch in die Lage versetzt, neue Technologien zur Auffindung und Ausbeutung von potentiellen Hydratlagerstätten zu entwickeln. Offshore-Vorkommen werden heute meist von internationalen Konsortien erkundet und genutzt. Mit den SUGAR-Technologien kann die deutsche Wirtschaft eine wichtige Rolle in den zukünftigen Hydrat-Konsortien spielen und so einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der nationalen und internationalen Energieversorgung leisten.

SUGAR steht für „Submarine Gashydrat-Lagerstätten: Erkundung, Abbau und Transport“. Das Bremer MARUM hat die Projektleitung eines der sieben Teilprojekte des SUGAR-Programms übernommen.. Dabei geht es um Bohrtechnologien zur Beprobung von Gashydratvorkommen. „Dafür werden wir in den kommenden drei Jahren mit 1,3 Millionen Euro gefördert“, sagt Prof. Gerhard Bohrmann. Der MARUM-Forscher war maßgeblich an der Antragstellung beteiligt. Die Koordination des Gesamtprogramms, das von den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bzw. Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt wird, liegt beim IfM-Geomar in Kiel.

„SUGAR bietet uns die Möglichkeit, das Bremer Meeresboden-Bohrgerät (MeBo) so umzurüsten, dass wir gashydratreiche Sedimente beproben können“, sagt Prof. Bohrmann: „Das versetzt uns ind die Lage die Mengen an Methan und Methanhydraten im Meeresboden genauer als bislang abzuschätzen, denn eine möglichst exakte Mengenabschätzung lokaler Vorkommen ist eine Grundlage für jeglichen Abbau.“


Weitere Informationen/Bildmaterial:
Prof. Gerhard Bohrmann
MARUM – Zentrum für
Marine Umweltwissenschaften
Tel. 0421 – 218 – 8639
Email: e-mail address
http://www.marum.de/BMWi-Projekt_SUGAR.html


    Foto: MARUM, Uni Bremen

    Das Meeresboden-Bohrgerät MeBo im Einsatz auf dem Forschungsschiff MARIA S. MERIAN im Atlantik.

    Foto: A. Gerdes, MARUM

    Besuch im MARUM: Prof. Gerhard Bohrmann zeigt SchülerInnen, was es mit dem "brennenden Eis" auf sich hat.

     
    Imprint | © marum | This page was last updated by: Albert Gerdes. Date: 03-09-2008, 12:13 PM 58