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Wissenschaftler entschlüsseln Geheimnisse des Meeresspiegelanstiegs
Interessiert betrachten die Wissenschaftler die vor Tahiti gewonnen Korallenproben. Sie geben Auskunft über Änderungen im Meeresspiegel während der letzten 20.000 Jahre.
Auf einer internationalen Pressekonferenz stellen Meeresforscher neue Erkenntnisse zu Meeresspiegelanstieg und Klimaextremen wie dem El Nino vor. Die Konferenz findet am 2. März, 11 Uhr, in der Universität Bremen statt.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit Montag, 13. Februar 2006 untersuchen 26 Wissenschaftler aus zehn Nationen im Bremer Sedimentkernlager des Integrierten Ozean-Bohrprogramms (IODP) fossile Korallen. Die Proben wurden im vergangenen Oktober und November während einer sechswöchigen Expedition vor der Küste Tahitis erbohrt. Insgesamt werden die Forscher in den kommenden drei bis vier Wochen 632 laufende Meter Korallenkerne von je sechs Zentimetern Durchmesser unter die Lupe nehmen.
An Hand der Korallen will das IODP-Team mit bislang unerreichter Präzision erkunden, in welchem Rhythmus der Meeresspiegel während der letzten 20.000 Jahre, d.h. seit dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, angestiegen ist. Dabei interessieren insbesondere sog. Schmelzwasserpulse vor 11.000 bis 14.000 Jahren, als der Meeresspiegel stark anstieg - ähnlich wie heute. Die Analysen tragen dazu bei, die Dynamik gegenwärtiger und zukünftiger Meeresspiegelanstiege, die durch die globale Erwärmung ausgelöst werden, besser zu verstehen. Zudem erwarten die Experten Informationen über Temperatursprünge an der Meeresoberfläche, die auf Klimaextreme wie dem El Nino rückschließen lassen.
Auf einer internationalen Pressekonferenz, zu der wir Sie herzlich einladen, stellen die Expeditionsleiter die Ergebnisse ihrer Analysen vor. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Gelegenheit nutzen, Bohrkernlager und Labore zu besichtigen, um den dort arbeitenden Wissenschaftlern über die Schulter zu schauen.
Pressekonferenz
Donnerstag, 2. März 2006, 11 Uhr
MARUM-Gebäude
Universität Bremen
Leobener Straße
Das Tahiti-Projekt ist die zweite europäische Unternehmung im Rahmen des IODP und wurde vom Europäischen Konsortium für wissenschaftliche Ozeanbohrungen (ECORD) initiiert. Das japanisch-amerikanisch-europäische Ozeanbohrprogramm IODP ist eines der aufwändigsten Meeresforschungsprogramme weltweit. Es dient der Erforschung von Klima- und Umweltgeschichte unseres Planeten. Die Universität Bremen verfügt über eins von weltweit drei IODP-Kernlagern und spielt daher innerhalb des Programms eine wichtige Rolle.
Wir bitten Sie herzlich, sich telefonisch oder per mail zur Pressekonferenz anzumelden: Für TV-Teams steht auf Anfrage Footage (Mini-DV) zur Verfügung, das die Arbeiten an Bord des Tahiti operierenden Forschungsschiffs illustriert.
Anmeldung/Information/Bildmaterial:
Telefon: | 0421 218 - 65540 |
Fax: | 0421 218 - 65505 |
Hintergrundinfos: www.iodp.de



