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Vorwort
Geologie und Kunst – beide Begriffe sind schon lange eng miteinander verknüpft, denn nach Platon und Aristoteles galt Kunst lange Zeit als bloße Nachahmung der Natur. Die bildenden Künste haben immer wieder die Natur und somit auch die Geologie ins Zentrum Ihrer Werke gestellt. Bildhauer sind auf das Gestein angewiesen, welches Sie bearbeiten. Gesteine, die sich beispielsweise durch das Erkalten von Magma oder durch die Ablagerung unterschiedlicher organischer und anorganischer Partikel gebildet haben. Maler aller Epochen haben Landschaften oder Teile von Landschaften abgebildet. Landschaften, die durch endogene und exogene geologische Prozesse - wie Gebirgsbildung und Erosion - geschaffen und verändert worden sind. Aber es bedarf nicht zwingend eines Künstlers, um die faszinierenden Aspekte und die Schönheit der Geologie darzustellen. Oft ist es die Natur selbst, die einzigartige Kunstwerke schafft, sie Jahrmillionen konserviert, um sie uns schließlich z.B. in Form von wunderschönen Fossilien zu präsentieren.
Wir möchten Sie zu einem Streifzug durch die Bremer Museen einladen, um sich selbst ein Bild darüber zu machen, in welch vielfältiger Form Sie im Focke-Museum, dem Gerhard-Marcks-Haus, der Kunsthalle, dem Neuen Museum Weserburg und dem Überseemuseum zusätzlich zu interessanten und spannenden Kunstwerken auch der Geologie begegnen. In jedem dieser Museen haben wir exemplarisch einige Stücke herausgesucht, um Sie Ihnen in diesem Heft sowohl geowissenschaftlich als auch kunsthistorisch vorzustellen. Selbstverständlich zeigt dieses Heft nicht alles, was Sie bei einem Museumsbesuch erwartet. Aber wir möchten Ihnen vor Augen führen, was dran ist an dem Satz, dass der größte Künstler immer noch die Natur ist.
Ich wünsche Ihnen interessante Stunden und viel Freude an diesem Heft und bei Ihrem Besuch der Bremer Museen.
Martin Cepek
Fachbereich Geowissenschaften
der Universität Bremen

