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Vergewaltigung im Tierreich - Vulkane
Vergewaltigung im Tierreich
Stimmt es, dass es bei Delfinen und anderen Tieren zu Vergewaltigungen kommen kann?
Katja Henkel, per Mail
Der Ausdruck Vergewaltigung ist von menschlicher Moral geprägt. Eindeutig belegt zu sein scheint jedoch, dass es auch im Tierreich Arten gibt, zu deren Fortpflanzungsstrategie unter anderem das gehört, was wir als Vergewaltigung bezeichnen – das Erzwingen von Geschlechtsverkehr mit Gewalt und gegen den Willen des Partners. Dahinter steht das Bedürfnis der Männchen, ihre Gene möglichst oft weiterzugeben. Berüchtigt dafür sind vor allem Stockentenerpel in städtischer Umgebung. So harmlos sie auch wirken, so brutal kann es zugehen, wenn mehrere Erpel eine Ente jagen und bei der Kopulation unter Wasser drücken. Häufig ertrinken die Enten dabei, so dass das Geschlechterverhältnis immer ungünstiger wird. Delfine gehen sogar ein Stück weiter: zwei bis drei Männchen bilden eine so genannte Koalition und trennen ein Weibchen von seiner Gruppe, um mit ihr zu kopulieren. Dabei geht es sehr rau zu, ernsthafte Verletzungen sind aber wohl selten. Typischerweise entführen die Männchen ein gebährfähiges, nicht trächtiges Weibchen, so dass es immer auch um Fortpflanzung geht. Anscheinend genießen Delphine Sex aber auch um des Sex willen: Im Normalfall initiieren Weibchen als auch Männchen sexuelle Handlungen, die nicht immer auf Fortpflanzung gerichtet sind.
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Vogelflug: im Wind stehen?
Wie kann ein Vogel im Wind stehen?
Uwe Witt, per E-Mail
Die gewölbten Profile von Vogelflügel, Flugzeugtragfläche und Schiffssegel ähneln sich sehr: dahinter steht dasselbe Prinzip. Die dickere Vorderkante verlängert den Weg, den die an der Außenseite fließenden Luftmoleküle zurücklegen müssen. Sie benötigen also mehr Zeit um den Flügel zu passieren, als die auf der Unterseite fließenden Moleküle. So entsteht auf der Oberseite ein Unterdruck. Dieser Unterdruck saugt den Flügel, die Tragfläche oder das Segel mehr oder weniger in die Richtung, aus der der Wind kommt.
Ein Vogel kann den Winkel, den die Vorderkante seines Flügels zum Wind einnimmt, verändern. Daher kann er mit nur leichten Ausgleichsbewegungen im Wind stehen. Der Unterdruck an der Flügeloberseite gleicht die Schwerkraft aus.
Schiffe können mit demselben Prinzip den Wind nutzen, um gegen den Wind zu segeln, ohne selbst Energie aufzuwenden. Dabei erreichen sie höchstens einen Winkel von etwa 40 Grad zur Windrichtung. Durch die Geschwindigkeit des Bootes hat der Segler selbst das Gefühl, einen Winkel von ca. 30 Grad halten zu können. Dieses Phänomen wird als Scheinwind bezeichnet.
Vulkane, die Schlamm speien
Gibt es Unterwasser wirklich Vulkane, die Schlamm speien?
Volker Knustmann per Mail
Zum Glück kann man unter Wasser nicht riechen. Denn Wissenschaftler vermuten, dass es in unseren Ozeanen bis zu 100.000 Schlammvulkane gibt, an denen neben Schlamm große Mengen Methan und andere übel riechende Gase wie Schwefelwasserstoff austreten. Schlammvulkane entstehen überwiegend dort, wo ozeanische Krustenplatten in den Erdmantel abtauchen. Über Jahrmillionen haben sich auf den Platten Ablagerungen angesammelt, die viel organisches Material und jede Menge Wasser enthalten. Taucht die Platte ab, nimmt sie diese Sedimente mit in die Tiefe, wo großer Druck herrscht. Das organische Material wandelt sich zu Methan um und das leichte Gemisch aus Gas, Wasser und Schlamm wird nach oben gedrückt. Schon entsteht ein Vulkan, der statt Lava eine übel riechende graue Masse ausspuckt. Wissenschaftler interessieren sich für diese Art Vulkanismus besonders, weil Methan ein 30-mal stärkeres Treibhausgas ist als Kohlendioxid. Aber noch weiß man nicht, wie viele solche Vulkane es in den Ozeanen gibt und wo sie sind. Und wie oft und wie stark sie ausbrechen ist ebenfalls unbekannt. Hinweise geben die etwa 1.100 Schlammvulkane, die an Land bekannt sind. Hier können die Wissenschaftler zwar viel einfacher Untersuchungen machen, aber dafür ist der Geruch auch erheblich präsenter.

