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Rückreise
10. September, 16 Uhr UTC
Position:
80,21 N, 29,44 E
Wetter und Eis:
Temperatur -1 Grad Celsius, Wind 5 m/s aus N-NE. Bewölkt, Schneeregen, keine Eisbedeckung
Bericht 18:
Die Eiskante
Um 2 Uhr UTC haben wir das Packeis bei 82,23 N, 38 E hinter uns gelassen und sind der Route des russischen Eisbrechers YAMAL gefolgt, ein weiteres atomgetriebenes Schiff. Das Rendezvous mit der YAMAL fand am Freitagmorgen statt, als diese unsere Route auf ihrem Weg zum Nordpol kreuzte. An der Eiskante hat sich unsere Flotte aufgelöst und wir sagten der SOWETSKIY SOJUS und der VIDAR VIKING Lebewohl. Das russische Schiff kehrt zurück, um entlang der Nordmeerroute zu assistieren. Die VIDAR VIKING, auf eisfreien Flächen schneller als die ODEN, fährt auf direktem Weg nach Südnorwegen, während die ODEN Kurs auf Tromsø setzt. Wir werden voraussichtlich Dienstagmorgen gegen 7 Uhr Ortszeit dort ankommen.
Die Hubschrauber haben einen wesentlichen Teil zum Erfolg der Expedition beigetragen. Sven Stenvall, Geschäftsführer der Kallaxflyg Hubschrauber Firma, brachte einen Piloten und einen Techniker mit an Bord, die sich um die zwei Helikopter auf der ODEN kümmerten. Während unserer Zeit im Eis sind die beiden Hubschrauber täglich geflogen. Sie haben ACEX-Mitglieder von Schiff zu Schiff transportiert, aber auch die Gegend erkundet und GPS Bojen auf Eisschollen ausgesetzt.
Um das Expeditionsende zu feiern, fand eine traditionelle "schwedische surströmming"-Party statt. Surströmmnig ist vergorener Hering mit Schuss. Der bakterielle Verfall des Fisches setzt sich auch in der Konserve fort, was aufgeblähte Dosen zur Folge hat, die sich nur schwer öffnen lassen. Das wirklich Gefährliche aber ist der Geruch, der sich verbreitet, wenn die Konserve geöffnet wird. Der Duft ähnelt dem eines ungelüfteten Plumpsklos, milde ausgedrückt. Nur die Köpfe des 10-15 Zentimeter langen Fisches werden entfernt, bevor er in die Dose kommt.
Der Tradition nach isst man Stücke des Fisches mit Kartoffeln. Filetstücke können aber auch in Fladenbrot mit Sour Cream, Zwiebeln und Tomaten zubereitet werden. Das Festmahl wird von herzlichem Singen alter "snapsvisa" begleitet, Schnapslieder wie "Helan går" (was sich anhört wie "hell and gore"). Interessanterweise mögen nicht alle Schweden "surströmming". Viele Crewmitglieder, besonders die jüngeren, flohen während der Festlichkeiten auf die unteren Decks des Schiffes, nachdem sie bereits am Nachmittag ein Steak zum Abendbrot hatten. Die 50 Leute, die bei der Feier dabei waren, haben die kulturelle Erfahrung sehr genossen; und einige von ihnen anscheinend auch den Fisch.
- 10. September, 16 Uhr UTC
- 8 September, 14 Uhr UTC

Rendezvous der vier Eisbrecher; YAMAL, SOWETSKIY SOJUS, VIDAR VIKING und ODEN
8 September, 14 Uhr UTC
Position
88,29 N, 73,19 E
Wetter und Eis:
Temperatur -8 Grad Celsius, Wind 6-10 m/s aus SW, leicht bewölkt. Eisbedeckung 7-8/10, einige eisfreie Flächen
Bericht 17:
Quer über den Nordpol
Am Dienstag um 22 Uhr haben wir den Nordpol erreicht, um gemeinsam mit den Leuten von allen drei Schiffen kurz auf dem Eis zu feiern. Es wurden Fotos geschossen und Glühwein getrunken. Kalter Wind blies aus südlicher Richtung. (Woher auch sonst?!)
Durch zahlreiche eisfreie Flächen nehmen wir nun Kurs auf Spitzbergen.
Allen voran fährt der russische Eisbrecher SOWETSKIY SOJUS. Sie ist das Schwesterschiff der ARKTIKA, das 1977 als erstes Schiff den Nordpol erreichte. Die Crew der SOWETSKIY SOJUS zählt 155 Menschen. Normalerweise ist es die Aufgabe die Aufgabe dieses Schiffes, Hilfestellung auf Polarrouten zu geben. Die SOJUS ist atomgetrieben und hat 75.000 PS - mehr als die VIDAR VIKING und die ODEN zusammen. Auf der SOJUS befinden sich ein Salzwasserswimmingpool, ein Fitnesscenter, mehrere Messen und eine voll ausgestattete Krankenstation. Glücklicherweise ist niemand auf der Expedition ernsthaft krank gewesen oder hat sich verletzt. Trotzdem danken wir den russischen Kollegen für die ausgezeichnete Versorgung, wenn jemand von uns Hilfe benötigt hat.
Der SOJUS verdanken wir einen wesentlichen Teil unseres Erfolges. Sie führt die Flotte an, findet stets die besten Wege und bricht das Eis, damit die ODEN und die VIDAR VIKING zügig folgen können. Während der Bohrarbeiten hat sie in der Rolle des "Zerstörers" die Eissituation erkundet. Sie hat größere Schollen und Eisrücken zerkleinert, damit die ODEN (die "Beschützerin") und die VIKING diese bewältigen konnten.
- 10. September, 16 Uhr UTC
- 8 September, 14 Uhr UTC
ACEX Wissenschaftler am Nordpol auf der Rückreise nach Tromsø. Im Vordergrund die SOWETSKIY SOJUS, in der Mitte die VIDAR VIKING und links die ODEN.

