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Quallen - Qualleninvasionen

Quallen

Bei einem Urlaub auf Korsika habe ich fest gestellt, dass Kinder Angst vor Quallen haben. Ist diese Furcht berechtigt?
Elke Thalwitzer-Zirck, Duisburg

Eigentlich sind es grazilie Schönheiten; gleichwohl sehen kleine wie große Badetouristen meist scheel auf Quallen herab. Sie erscheinen ihnen als schleimig-eklige Gebilde, die man besser meidet. Ob diese Quallenphobie berechtigt ist, hängt nicht zuletzt von der Giftigkeit der Nesselzellen ab. "In korsischen Gewässern kommt vor allem eine Quallenart in Betracht, die für den Menschen sehr unangenehm werden kann", kommentiert Dr. Robert A. Patzner von der Universität Salzburg: "Es ist dies die Feuerqualle Pelagia noctiluca." Sie erreicht einen Durchmesser von etwa fünf Zentimetern; ihre Tentakeln können allerdings mehr als einen halben Meter lang sein.

"Diese Quallenart kann so unangenehm nesseln, dass Wunden oft längere Zeit nicht verheilen, sondern ständig nässen und erst allmählich vernarben," sagt der Meereszoologe. Feuerquallen kommen einzeln vor, können vom Seewind aber auch zu großen Schwärmen zusammen getrieben werden - besonders in Sommermonaten nach milden Wintern. Gelegentlich müssen deswegen Strände gesperrt werden. Hin und wieder driften aus dem Atlantik Portugiesische Galeeren ins Mittelmeer. Diese sogenannte Staatsquallen entwickeln bis zu fünfzig Meter lange Fangfäden, die extrem nesseln. "In seltenen Fällen ist es durch Schockwirkung schon zu Todesfällen gekommen" weiß Robert Patzner.

Weitere Informationen: Horst Moosleitner / Robert Patzner; Unterwasserführer Mittelmeer: Niedere Tiere; Verlag Delius & Klasing

Qualleninvasionen

Wie kommt es zu solchen Qualleninvasionen wie in diesem Sommer an Spaniens Mittelmeerküste?

Quallenqualen erlitten im Sommer 2006 Tausende Mittelmeerurlauber, besonders entlang der spanischen Küste. Mehr als 10.000 von ihnen mussten sich bis August behandeln lassen, nachdem sie Bekanntschaft mit der Leuchtqualle Pelagia noctiluca machten. Ihre Invasionen sind nichts Neues. Schon früher wurden Strände gesperrt, wenn warmes Wasser in Küstennähe gelangte und Schwärme der Wärme liebenden Quälgeister mit sich führte.

Die globale Erwärmung sorgt aber dafür, dass das Mittelmeer immer mehr zur Badewanne wird, mit bis zu 33 Grad Celsius Wassertemperatur. Vom Menschen eingeleitete Nährstoffe lassen die Algen, die Nahrung vieler Quallen, zusätzlich gedeihen. Hinzu kommt, dass der Mensch fast alle Fressfeinde der Quallen wie Meeresschildkröten und Fische (auch Tun- und Schwertfische) erbarmungslos dezimiert. Lederschildkröten fressen täglich das Doppelte des eigenen Körpergewichts an Quallen. Doch häufig verenden sie in illegalen Treibnetzen. Welches Tier wie viele Quallen frisst, ist übrigens schwer einzuschätzen – solche Fragen klärt man unter anderem, indem man den Mageninhalt gefangener Tiere analysiert. Und Quallen, die 98 Prozent Wasser enthalten, erkennt man in dem Mischmasch nur selten.

 
Impressum | © marum | Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert von: Haluka Maier-Borst. Datum: 03.08.2011, 11:48 Uhr