Login | Sitemap | English |
Seiteninhalt:
Pfad: Startseite - Public Relations - Das Blaue Telefon - Muschelfarben - Mützenbänder
 

Muschelfarben - Mützenbänder

Muschelfarben

Wieso sind nicht alle Muscheln einer Art gleich gefärbt?
Dorothee Schwarz, Mainz

Wenn es um Farbvarianten geht, fällt dem aufmerksamen Strandwanderer an der Nordseeküste besonders die Dreiecksmuschel ins Auge - jede Muschel sieht genetisch bedingt anders aus. Dreiecksmuscheln leben in der Brandungszone und jede Welle legt u.U. Hunderte dieser Muscheln frei. Ein gefundenes Fressen für die Watvögel. Allerdings müssen sie sich vor der nächsten Welle entscheiden, nach welchem von den vielen Leckerbissen sie picken wollen. Daher entwickelt jeder Vogel eine Vorliebe für eine bestimmte Farbe, zum Beispiel Rosa. Alle anders gefärbten Muscheln von weiß über blau, braun und schwarz sind zumindest vor diesen Vögeln in Sicherheit. Doch nicht bei allen Schalenträgern bestimmt die Genetik das Aussehen. Häufig sorgt die Art des Futters, sowie Temperatur, Salzgehalt und Inhaltsstoffe des Wassers für das Farbenspiel. Das Rote Seeohr aus Kalifornien z.B. produziert rote Streifen, wenn es sich von Rotalgen ernährt, bei Braun- und Grünalgen hingegen entstehen Blau- bzw. Grüntöne. Eine gemischte Diät aus Rot- und Braunalgen ruft orange oder hellrosa Bänder hervor. Da sich der Speiseplan dieser Schnecke je nach Jahreszeit verändert, erscheinen auf ihrer Schale typische Streifenmuster, die sich jedes Jahr wiederholen.

Muschelmonate

Warum sollte man Muscheln nur in Monaten mit einem R essen?

Die alte Regel könnte ebenso heißen: Meide Muscheln im Sommer! Denn dann vermehren sich bestimmte einzellige Algen massenhaft und färben das Meer gelblich-braun oder rot. Die erste biblische Plage war wahrscheinlich eine solche Algenblüte. Bis zu 40 Millionen Zellen einer Art drängen sich dabei in jedem Liter Wasser, meist so genannte Dinoflagellaten – ein gefundenes Fressen für Miesmuschel und Co., die bis zu 37 Liter je Stunde filtern. Etwa 50 Arten dieser Einzeller produzieren aber winzige Mengen Gift. Steigt die Zahl solcher Algen stark an, reichert sich im Muschelfleisch eine für Fisch und Mensch gefährliche Konzentration an.

Daher bekommen uns Schalentiere zu Zeiten solcher Algenblüten schlecht: Die Gifte führen zu Erbrechen, Lähmungen, Gedächtnisstörungen oder sogar zum Tod – immerhin sind einige dieser Gifte 20 Mal stärker als Zyankali. Von Muscheln aus dem Supermarkt dagegen geht heute das ganze Jahr über keine Gefahr mehr aus: Nach dem Fang kommen die Muscheln für zwei Wochen in algenfreies Wasser und erst dann in den Handel.

Muschelschalen mit Löchern

Woher kommen die runden Löcher, die man häufig in Muscheln und Schnecken findet?

So recht will das Bild eines Raubtiers mit gefährlichen Zähnen nicht zur Schnecke passen. Und doch sind es Schnecken, die hungrig über ihre eigenen Genossen herfallen, sie anbohren und verspeisen. Allerdings laufen ihre Beutezüge buchstäblich im Schneckentempo ab. Immerhin dauert es bis zu acht Stunden, bis sie mit zahnbewehrter Zunge und Säure ein Loch in die Schale gebohrt haben: eine Minute bohren, eine halbe Stunde Säureangriff – zum Aufweichen und Weiterbohren. Ist die Schale geknackt, wird das Opfer verflüssigt und ausgeschlürft.

Ganze Austernbänke wurden so von Mitgliedern der stark verschnörkelten Schnecken-Familie der Murex verspeist. Bei uns stammen die Löcher im Strandgut allerdings weit häufiger von Mondschnecken. Ihre Opfer erkennt man an den relativ großen, konisch zulaufenden Löchern. Sieht man das halb verborgene Tier durch Schlick und Sand kriechen, wirkt es wie eine Nacktschnecke. Denn sein Fuß ist mit Wasser aufgepumpt und fast komplett über die Schale gestülpt. Man glaubt kaum, dass der gesamte Körper in das Schneckenhaus passt. Doch bei Gefahr presst die Mondschnecke Wasser aus ihrem Fuß und verkriecht sich. Solche eine Gefahr geht übrigens durchaus auch von den eigenen, ebenfalls bohrenden Artgenossen aus – und gegen die hilft auch das Verkriechen nicht.

Seitenabschnitte:

Mützenbänder

Warum haben die Tellermützen der Marinematrosen Bänder?
Robert Rack, Plochingen/Neckar

Die Mützenbänder haben heute eine überwiegend ästhetische Funktion. Bis zu Beginn des Kaiserreichs trugen Marineangehörige zumeist Lackhüte, auf denen der Name ihres Schiffes stand. Auf Anordnung Seiner Kaiserlichen Majestät Wilhelm des I. wurde der gelackte Hut abgeschafft und durch eine Mütze mit bestickten schwarzen Seidenbändern ersetzt. „Die langen Bandenden, die in unserer Marine 1872/73 eingeführt wurden, sollen an die Zöpfe der Matrosen erinnern, die nach Art des französischen Zopfes in zwei- oder dreifacher Flechtung getragen wurden“, heißt es in der Geschichte der Matrosenuniform, 1984 vom Marineamt Wilhelmshaven veröffentlicht. Fortan wurde der Schiffsname auf die Bänder gestickt, wobei das technische Personal lange Zeit silberne Aluminiumfäden benutzte, alle anderen Laufbahnen aber kupfer- oder goldfarbene Fäden verwendeten. Auch russische und chinesische Matrosen tragen lange Mützenbänder.

 
Impressum | © marum | Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert von: Albert Gerdes. Datum: 15.06.2010, 15:24 Uhr