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Fliegende Fische - Fregattvögel

Fliegende Fische

Wie hoch und wie weit können Fliegende Fische fliegen?
Uwe Ehrenberg, Bremen

In den tropischen und subtropischen Gewässern der Weltozeane leben etwa 40 Arten Fliegender Fische. Sie sind alle recht klein; die größten Exemplare erreichen nicht mehr als 45 Zentimeter Länge. Besonderes Kennzeichen sind, je nach Art, zwei oder vier vergrößerte, flügelartige Flossen. Sie verleihen ihnen die Fähigkeit, aus dem Wasser zu schiessen und über der Ozeanoberfläche zu gleiten. So gesehen müßte man eigentlich von Gleitenden Fische sprechen, denn die aparten Tiere bewegen sich über Wasser keineswegs flossenschlagend vorwärts.

Während des Gleitflugs halten sie ihre Flossen starr von sich gestreckt. Meist sind sie auf der Flucht vor ihren Feinden, wenn Sie mit Geschwindigkeiten von bis zu 16 Stundenkilometern abheben. Ein probates Mittel, um zu entkommen, denn pro Flug werden bis zu 180 Meter gleitend zurückgelegt. Gelegentlich fallen die Fische auf die Wasseroberfläche zurück, schlagen kurz mit der Schwanzflosse, um so noch einmal Fahrt aufzunehmen und erneut abzuheben. Solche "Mehretappenflüge" können bis zu 45 Sekunden dauern. In dieser Zeitspanne legen die Meeresbe-wohner um die 400 Metern zurück. In der Regel segeln sie dabei in geringer Höhe über dem Wasser dahin.

Seeleute haben aber immer wieder berichtet, dass Fliegende Fische auf Achter- und Vordeck "notgelandet" sind. Die gilt indes wohl mehr für Hochseeyachten als für hoch aufragende Fracht- oder Forschungsschiffe. Mehr als zwei bis drei Meter Flughöhe dürften Fische also nur selten erreichen.

Flaschenpost

Kann eine Flaschenpost innerhalb von drei Wochen von Düsseldorf nach New York gelangen?
Michael Ringelsiep, Erftstadt

Die Flaschenpost ist wahrlich ein schlichtes Kommunikationsmittel - Bestimmungsort und Empfänger bleiben den Launen der Natur überlassen. Bei Düsseldorf im Rhein ausgesetzt, würde sie zunächst dem Fluss folgen, bis er in die Nordsee mündet. Dort angekommen, wäre die Flaschenpost den Meeresströmungen ausgesetzt, die in der Nordsee im Allgemeinen gegen den Uhrzeigersinn verlaufen. Daher besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass sie auf ihrem Weg zuerst die deutschen und dänischen Küsten passierte, dann Skandinavien und schließlich im Nordmeer landete. „Über ein komplex verzweigtes System von Strömungen besteht theoretisch die Möglichkeit, dass die Flaschenpost das Nordmeer überquert, in den Ost- und Westgrönlandstrom sowie den Labradorstrom gelangt und so, dem nordamerikanischen Küstenverlauf folgend, eines Tages nach New York driftet“, sagt Dagmar Kieke, Ozeanografin an der Universität Bremen -eine Strecke, die in drei Wochen niemals zu bewältigen wäre. Die Drift würde eher mehrere Jahre beanspruchen. Ein Beispiel mag dies veranschaulichen: Im Mai 1998 wurden während einer Schiffsreise im Ostatlantik neun Nachrichten per Flaschenpost versandt. Nur zwei wurden schließlich gefunden: Eine Flasche erreichte Kuba im Oktober 2000, die andere im Februar 2004 die Bahamas.

Flurnamen Ostsee

Was bedeuten Flurnamen an der Ostsee wie Höft oder Klint und welche Quellen geben darüber Auskunft?
Wolfgang Althof, per email

Flur- oder Ortsnamen sind häufig Kürzel, hinter denen sich komplette Landschaftsbilder und geologische Geschichten verbergen. So bedeutet der aus dem Niederdeutschen bekannte Begriff Höft Ufervorsprung. Er ist laut Kluges Etymologischem Wörterbuch aus dem Mittelniederdeutschen hoved (= Haupt, Kopf) abgeleitet und findet sich in Ortsbezeichnungen wie Lindhöft oder Dahmeshöved - Standort eines 1878/79 auf einem Küstenvorsprung (!) an der Mecklenburger Bucht errichteten Leuchtturms. Die noch heute gebräuchliche dänische Vokabel hoved bezeichnet zum Beispiel im Begriff Molshoved die Spitze bzw. den Kopf einer Halbinsel an der jütländischen Ostseeküste. Auch Klint ist ein Begriff, der unseren nördlichen Nachbarn geläufig ist, aber ebenso in der niederdeutschen, lettischen und schottischen Sprache vorkommt. Klint, Glint, Klinke: "das sehr hohe steile felsenufer der Ostsee… eine kleine felsige anhöhe (auch klimp)", heißt es bei Jacob und Wilhelm Grimm im Deutschen Wörterbuch (Auflage 1873). Møns Klint, eine bis zu 128 Meter Kreidesteilwand auf der gleichnamigen dänischen Insel oder die 60 Kilometer südöstlich gelegenen Klinten auf Rügen sind dafür prominente Beispiele. Dem von Otto Mensing akribisch recherchierten Schleswig-Holsteinischen Wörterbuch ist freiich zu entnehmen, dass der Begriff Klint u.a. "jede Erhebung im Gelände", Sanddünen, höher gelegene Koppeln und selbst einsame Gehöfte umschreibt.

Fluss oder Strom

Ab wann wird ein Fluss eigentlich zum Strom?
Roland Noll, per email

In Lexika, schreibt mare-Leser Roland Noll, sei lediglich nachzulesen, dass Ströme große Flüsse sind.
"Aber nirgendwo ist erklärt, ab wann der Fluss zu Höherem berufen ist." Tatsächlich ist die Lehrmeinung durchaus uneinheitlich. "Genau definierte Größenordnungen sind nicht festgelegt", heißt es etwa in Westermann Lexikon der Geographie in Hinblick auf Bäche, Flüsse und Ströme. Immerhin wird dort vorgeschlagen, eine Rangordnung sei "wohl am besten" nach dem Kriterium Wasserführung denkbar.
Genau daran knüpft das im gleichen Verlag erscheinende Lexikon Ökologie & Umwelt an. Demnach plätschern in kleineren Flüssen bis 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bergab; in größeren Flüssen rauschen dagegen maximal 2.000 Kubikmeter zu Tal. Aber auch hier heißt es: "Die obere Abgrenzung zu den Strömen ist nicht allgemeingültig festgelegt" … Es sei denn, man wirft einen Blick in die Encarta Enzyklopädie. Dort gelten große, mehr als 500 Kilometer lange Flüsse mit einem Einzugsgebiet von mehr als 100.000 Quadratkilometern und einer mittleren Abflussmenge von 2.000 Kubikmetern als Ströme. Indus und Mekong, Amazonas und Nil und - nomen est omen - der 1.300 Kilometer lange Sankt-Lorenz-Strom mit seinem 1,4 Millionen Quadratkilometer großen Einzugsgebiet sind dafür gute Beispiele.

Flussinseln Europas

Welche ist die längste Flussinsel Europas?
Lutz Rode, Osterholz-Scharmbeck

Wer im Internet nach der längsten, Flussinsel Europas sucht, stößt – u.a. bei Wikipedia – auf viele Einträge, die dem bei Brake liegenden Eiland Harriersand gewidmet sind. Noch vor einhundert Jahren bestand Harriersand aus sieben kleineren Inseln. Zwischen 1924 und 1932 wurde die Unterweser jedoch zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut. Die sieben Inselchen wurden zum Harriersand vereinigt, dessen elf Kilometer Länge ihn zum Titel „längste Flussinsel Europas“ verhalfen. Freilich schmückt sich das von nur wenigen Dutzend Menschen bewohnte Eiland zu Unrecht mit der Auszeichnung. Wer – etwa mit Hilfe von Google Earth – dem rumänischen Donaulauf folgt, kann entdecken, dass sich der zweitlängste europäische Fluss nahe der Stadt Calarasi, genauer: bei Flusskilometer 346, teilt und erst etwa 75 Kilometer weiter flussabwärts unweit des kleinen Städtchens Harsova wieder eins wird. Die beiden Flussarme umschließen die Insel Balta Ialomitei. „Balta“ steht im Rumänischen für „See“; offenbar ein Hinweis auf den Wasserreichtum des heute landwirtschaftlich genutzten Niederungsgebiets. Übrigens: Die 75 Kilometer lange Insel weist eine Fläche von 831 Quadratkilometern auf. Das sind knapp 140-mal mehr als die Fläche des Harriersands.

Flussnamen

Warum tragen manche Flüsse männliche, andere weibliche Namen?
Heinz Sontheim, München

Bislang untersuchte die Sprachwissenschaft zwar die Wortstämme von Flussnamen, nicht aber deren geschlechtsspezifische Aspekte. „Diese Frage hat sich uns noch gar nicht gestellt“, meinte Albrecht Greule, Professor für Deutsche Sprachwissenschaften an der Uni Regensburg, der sich über die Anfrage daher auch sehr freute und selbst ins Grübeln kam.

Es fällt auf, dass Flüsse entweder männlich oder weiblich, unseres Wissens aber nie sächlich sind. Ob das mit der lebhaften Natur des Wassers zusammenhängt, darüber lässt sich nur spekulieren. Tatsache ist, dass bei zusammengesetzten Flussnamen Wortteile wie -bach, -beke oder -aue das Geschlecht bestimmen. Allerdings ist das Wort Bach in einigen Regionen, so in der Pfalz, weiblich und eben nicht, wie hochdeutsch üblich, männlich. Nach dieser Regel ist die „schöne blaue Donau“ feminin. Der Name des zweitlängsten europäischen Flusses ist vom männlichen keltischen Danewjos abgeleitet. Daraus entwickelte sich im Mittelhochdeutschen Tounouwe mit der weiblichen Endung -ouwe (-aue), später Donau. Ausländische Flüsse sind im Deutschen meist mit dem männlichen Geschlecht belegt, es sei denn, sie rufen weibliche Assoziationen hervor, wie etwa die Lena. Ausnahme ist der Río de la Plata. Trotz femininer Endung im Spanischen heißt es kurz „der“ La Plata, da „Río“ (Fluss) männlich ist.

Wassermenge der Flüsse

Wie viel Wasser fließt in den Flüssen der Welt?
Dr. Heinz Leger, Wien

Nicht alles Wasser auf dem blauen Planeten ist genießbar: Von den 1.386 Millionen Kubikkilometer Wasser auf der Erde ist nur ein verschwindend kleiner Teil Süßwasser – etwa 2,5 Prozent. Der irische Dramatiker Brendan Behan bringt dies auf den Punkt: „Eine Flüssigkeit, die nicht zum Trinken da ist, sonst hätte Gott nicht so viel davon gesalzen.“ Doch gleichmäßig verteilt würden die 35 Millionen Kubikkilometer Süßwasser ausreichen, um die Erde mit einer 68 Meter hohen Wasserschicht zu bedecken. Mehr als zwei Drittel allen Süßwassers – 24 Kubikkilometer oder 48 Meter – liegen allerdings im ewigen Eis und Schnee der Polarkappen und Gletscher gefroren. Etwa 189.000 Kubikkilometer plätschern – und jetzt kommen wir der Sache schon näher – in Seen und Flüssen. Dies macht noch 40 Zentimeter der hypothetischen Wasserschicht aus. Nur klägliche 2.100 Kubikkilometer allen Wassers fließen durch die Flüsse der Welt. Doch auch diese Menge könnte die Welt noch mit einem Film von 0,4 Zentimetern benetzen. Noch nicht mal ein Haarbreit im Vergleich zu der 2.718 Meter dicken Schicht, mit der alles Wasser zusammengenommen die Erde förmlich ertränken könnte – wahrlich ein blauer Planet.

Frauen und Kinder zuerst

Ist das ungeschriebene Gesetz der Seefahrt "Frauen und Kinder zuerst" nach Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes 2006 noch gültig?
Gabriele Wittstock, Magdeburg

Historisch gewachsene Konventionen der Seefahrt mit kodifiziertem Recht in Beziehung zu setzen heißt Äpfeln mit Birnen zu vergleichen. Kein Wunder also, dass Justiz-, Familien- und Verkehrsministerium zunächst einmal abwinkten, als sie mit der Frage konfrontiert wurden. Feststeht, dass das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen keine Verpflichtung enthält, bei der Evakuierung von Schiffen eine bestimmte Reihenfolge – etwa Frauen und Kinder zuerst – einzuhalten. Inwieweit die Regel in der Vergangenheit befolgt wurde und ob sie heute noch eine Rolle spielt, ist ungewiss. Andererseits hat ein Kapitän Polizeibefugnisse an Bord. Unter Umständen kann er sich im Seenotfall gezwungen sehen, Teile der Besatzung, darunter auch Frauen und Kinder, zuerst zu evakuieren, um dann Schiff und Ladung mit einer erfahrenen Restcrew zu retten: „Bei Gefahr im Verzug muss ich möglicherweise Entscheidungen treffen, die über das Gleichbehandlungsgesetz hinausgehen“, sagt Kapitän Michael Ippich von der Reederei RF Forschungsschiffahrt in Bremen. Das schließt natürlich nicht aus, dass vorsorglich eine Ärztin oder Krankenschwester an Bord bleibt.

Anmerkung: ggfls. Verweis auf mare No. 41,
Hinweis: RF Forschungsschiffahrt wird als Firmenname mit zwei „f“ geschrieben.

Fregattvögel

Woher haben Fregattvögel ihren Namen?
Rosemarie Acker aus Hamburg

Kleptoparasiten sind sie, die eleganten Flieger mit den schwarzen Schwingen. Denn sie überfallen von der Nahrungssuche heimkehrende Vögel – vorzugsweise Tölpel – und jagen ihnen ihre mühsam gesammelte Beute ab. Überwiegend schwarz gefärbt, schnell, wendig und gefährlich erinnerten sie ihre Namensgeber an den beliebten Schiffstyp der Piraten – die Fregatte. Christoph Kolumbus sah sie als Zeichen nahen Landes, doch Fregattvögel kommen in allen tropischen Regionen durchaus auch auf dem offenen Meer vor. Doch ist es einfacher, das Opfer nicht nur die Jagd, sondern gleich auch noch den Transport übernehmen zu lassen. Daher zwicken alle fünf Arten ihre Opfer in waghalsigen und geschickten Flugmanövern meist erst in der Nähe der Kolonie in Schwanz oder Flügel. Lassen diese ihre Beute daraufhin nicht fallen, traktieren die Fregattvögel sie sogar mit ihren bis zu fünfzehn Zentimeter langen Schnäbeln. Dennoch machen selbstgejagtes, wie Meeresgetier oder Jungvögel anderer Arten, 95 Prozent des Speiseplans aus. Da ihr Gefieder nur bedingt wasserdicht ist, meiden sie den allzu intimen Kontakt mit dem Wasser. Ihre bevorzugte Beute sind daher fliegende Fische und fliegende Kalmare, die sie aus der Luft schnappen.

 
Impressum | © marum | Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert von: Albert Gerdes. Datum: 15.06.2010, 15:24 Uhr