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Oktober 2003
17. Oktober 2003
Sonnige Zeiten im Golf von Mexiko
Aus dem Golf von Mexiko erreichte uns dieser Tage die Nachricht, dass das Forschungsschiff "Sonne" das Arbeitsgebiet seiner 174. Expedition erreicht hat. Unter der Leitung von Prof. Gerd Bohrmann sollen vor der Küste des US-Staates Louisiana Gashydratvorkommen untersucht werden. Gashydrate sind eisförmige Verbindungen zwischen Wasser- und (z.B.) Methanmolekülen, die in großen Mengen am Meeresboden abgelagert sind - vor allem dort, wo die Kontinente zur Tiefsee abfallen.
"Am Abend des 7. Oktober erreichten wir im nördlichen Golf den mehr als 100 Kilometer breiten Kontinentalhang von Louisiana und haben den Stationsbetrieb mit einer ersten CTD-Messung zur Eichung des Fächerecholotes aufgenommen", schreibt Gerd Bohrmann in seinem ersten Bericht von Bord der "Sonne". Der am DFG-Forschungszentrum Ozeanränder arbeitende Geowissenschaftler fährt fort: "Schon der nachfolgende videogesteuerte Bodenwasserschöpfer konnte präzise auf
einer Bakterienmatte abgesetzt werden. Mit dieser TV-gesteuerten Plazierung konnte danach auch der Multicorer mehrfach zahlreiche Sedimentkerne mit Bakterienmatten-Überdeckung gewinnen, so daß die Wissenschaftler mit den anschließenden umfangreichen Analysen in den eingerichteten Laboren an Bord für vielen Stunden zu tun hatten."
Der erste Fahrtabschnitt dieser "Sonne"-Expedition dauert noch bis zum 24. Oktober. Anschließend wird das Forschungsschiff im südlichen Golf vor der mexikanischen Küste operieren.
10. Oktober 2003
Bertelsmann-Stiftung zu Gast im Forschungszentrum
In dieser Woche führte die Bertelsmann-Stiftung ein Fortbildungseminar für Journalisten im DFG-Forschungszentrum Ozeanränder durch. Dazu hatte Veranstaltungsorganisator Dr. Franco Zotta ein Dutzend JournalistInnen aus Norddeutschland nach Bremen eingeladen. Von Samstag, 4. Oktober, bis Donnerstag, 9. Oktober, diskutierten die Teilnehmer unter der Leitung von Holger Wormer, Wissenschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung, über das Selbstverständnis des Wissenschaftsjournalismus, erprobten Recherche-Techniken und führten Gespräche mit Fachkollegen.
Am vergangenen Dienstag besuchten die JournalistInnen das Sedimentkernlager des Ocean Drilling Program (Ozeanbohr-Programm) und lernten den Unterwasser-Roboter des Forschungszentrums sowie seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten kennen. Anschließend wurden zu beiden Forschungsthemen Zeitungsartikel konzipiert. Eine Podiumsdiskussion mit Vertretern regionaler Medien sowie der Pressesprecher norddeutscher Universitäten und des Forschungszentrums rundeten die Veranstaltung ab.
Trotz des gedrängten und anstrengenden Programms zeigten sich die Teilnehmer sichtlich zufrieden. "Wir hatten eine gute Gruppe beisammen", bilanziert Dr. Franco Zotta. "Mich hat sehr positiv überrascht, dass selbst ein Thema wie Wissenschaftspolitik bei den Teilnehmern gut ankam; ein Thema, dass wir z.B. unter dem Aspekt Wissenschaft und Betrug unter die Lupe genommen haben."
Bertelsmann-Stiftung erschien der Ablauf dieses Pilotprojekts sehr gelungen. Weitere Fortbildungseminare, in die die in Bremen gemachten Erfahrungen einfließen werden, sind bereits geplant.
Infos zum Qualifizierungsprogramm Wissenschaftsjournalismuss der Bertelsmann-Stiftung finden Sie hier.
2. Oktober 2003
Bauarbeiten schreiten zügig voran
Voraussichtlich Anfang 2005 werden die KollegInnen des DFG-Forschungszentrums Ozeanränder bzw. des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Uni Bremen - ihre neuen Büros beziehen. Auf der Baustelle im Campusbereich zwischen Wiener und Leobener Straße gehen die Arbeiten derzeit zügig voran.
Auf einer Nutzfläche von gut 6.000 Quadratmetern, die sich auf drei Stockwerke verteilen, werden Büros, Werkstätten, Labors, Unterrichtsräume sowie eine 750 Quadratmeter große Gerätehalle und eine 1.000 Quadratmeter große Kühlhalle für das bislang im Europahafen untergebrachte Sedimentkernlager des internationalen Ocean Drilling Program (Ozeanbohr-Programm) untergebracht. Zudem ist im Eingangsbereich eine Ausstellungsfläche von etwa 200 Quadratmetern vorgesehen. Gekrönt wird das Gebäude von einer Metalleindeckung in Form einer Welle. Dieses architektonisch markante Zeichen symbolisiert den Forschungsgegenstand der dort arbeitenden Wissenschaftler und Techniker: das Meer.
Kernlager und zentrales Gerätelager (rechte Längsseite des Gebäudes; siehe Fotos), die beide im Erdgeschoß untergebracht werden, sind im Rohbau weitgehend fertig gestellt. Dies gilt auch für die Gerätehalle im Zentrum des entstehenden Gebäudes. Falls das Winterwetter keinen Strich durch die Rechnung macht, sollen die Arbeiten am Rohbau bis etwa März kommenden Jahres abgeschlossen werden.

So wird das Gebäude Anfang 2005 aussehen (Südseite).





