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Meldung der Woche
31. Januar 2003
Auftakt zum Jahr der Chemie
Seit gestern ist in Berlin die Erlebnisausstellung "Der Kuss - Magie und Chemie" zu sehen. Sie bildet den Auftakt des von Bundesforschungsministerin Bulmahn ausgerufenen Jahres der Chemie 2003. Mitinitiatoren sind Wissenschaft im Dialog, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft sowie Chemieorganisationen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Wie in den vorangegangenen Jahren so wird auch 2003 ein Wissenschaftssommer organisiert. Er findet vom 16. bis 22. September in Mainz statt.
Auch das Forschungszentrum Ozeanränder bzw. das MARUM sind am "Jahr der Chemie" beteiligt. MARUM hatte im Jahr der Geowissenschaften 2002 überaus großen Erfolg mit dem Projekt "Abenteuer Meeresforschung". Die Ausstellung wurde auf einem 105 Meter langen Binnenschiff installiert und war in 62 Städten zu sehen. Derzeit ist geplant, dass das Schiff im kommenden Sommer mit einer Chemie-Ausstellung auf dem Rhein unterwegs ist und während des Wissenschaftssommers in Mainz fest macht. Das Forschungszentrum Ozeanränder wird dabei seine Erfahrungen aus dem Vorjahr einbringen und Fahrtplanung sowie logistische Aufgaben übernehmen.
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24. Januar 2003
Genau getaktet - Klimarhythmen im Indischen und Atlantischen Ozean
Das Klimageschehen der letzten knapp 11.000 Jahre ist längst nicht so stabil wie lange Zeit angenommen. Das ist die Botschaft eines Artikels in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nature." (Vol. 421, 23. Jan. 2003, S. 354ff., S. 324f.).
Indische und US-amerikanische Klimaforscher belegen dies u.a. an Foraminiferenproben. Die Überreste der Organismen fanden sie in einem Sedimentkern im dem Arabischen Meer, der im Rahmen des internationalen Ozeanbohr-Programms (Ocean Drilling Program) in 800 Metern Wassertiefe vor Oman im nordwestlichen Indischen Ozean erbohrt wurde. Das sommerliche Witterungsgeschehen dieser subtropischen Region wird vom Südwest-Monsun dominiert. Kräftige südwestliche Winde streichen über das aufgeheizte Meer, speichern viel Feuchtigkeit und laden diese über dem indischen Subkontinent ab. Der bisweilen katastrophale Monsunregen hat indes auch seine guten Seiten: Er garantiert die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen.
Die "Nature"-Autoren konnten zeigen, dass der Südwest-Monsun während der letzten 11.000 Jahre insgesamt siebenmal über kurz oder lang zusammen brach. Als sie ihre Messungen mit solchen aus dem Nordatlantik verglichen, ergaben sich auffallende Parallelen: Jeder Monsunkollaps ging mit einem Kälteeinbruch in der nordatlantischen Region einher. So zum Ausgang des Mittelalters, als in Europa die sog. "Kleine Eiszeit" einsetzte. Geringere Sonneneinstrahlung könnte die mögliche Ursache dieses Klimaphänomens sein.
"Die von den indischen und amerikanischen Kollegen vorgestellten Ergebnisse zu den Schwankungen des indischen Monsuns im Holozän und deren Verbindung zum Nordatlantik stellen einen interessanten Beitrag zu der ganz aktuellen Diskussion über die langfristige Vernetzung verschiedener Klima-Teilsysteme und deren Ursachen dar", urteilt Dr. Helge Arz.
Der am Forschungszentrum tätige Geowissenschaftler merkt weiterhin an: "Obwohl eine enge Kopplung dieser Systeme im zwischenjährlichen und dekadischen Bereich weitgehend bewiesen ist, fehlten bislang geeignete paläoklimatologische Beobachtungen, dieses auf langfristigen Zeitskalen zu bestätigen. Ergebnisse aus eigenen Untersuchungen im tropischen Atlantik und im nördlichen Roten Meer bieten weiteres Potenzial, um dieses Bild zu vervollständigen."
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- 31. Januar 2003
- 24. Januar 2003
- 17. Januar 2003

Überreste von Foraminiferen vom Meeresgrund: In den kalkigen Organismen sind u.a. Temperaturinformationen aus jenem Zeiträumen archiviert, in dem die Mikroorganismen lebten.

Diese Foraminiferenart zeigt an, dass in dem Meeresgebiet kühles Wasser aus tieferen Ozeanstockwerken an die Oberfläche dringt.
17. Januar 2003
Heiße Debatte um einen kalten Kontinent
Die Antarktis, bekanntermaßen der kälteste aller Kontinente, ist von einem durchschnittlich 2.000 Meter mächtigen Eispanzer bedeckt. Die Vereisung setzte vor etwa 34 Millionen Jahren ein. Ausschlaggebend dafür war letztlich das Auseinanderbrechen des südlichen Superkontinents Gondwana, das bereits Jahrmillionen früher eingesetzt hatte: die Antarktis wurde von Australien und Südamerika getrennt; Meerespassagen wie die zwischen Südamerika und der Antarktischen Halbinsel enstanden. Großräumige neue Ozeanströmungen wie der Antarktische Zirkumpolarstrom waren die Folge. Diese den Sechsten Kontinent umspannende Meeresströmung isolierte die Antarktis von wärmeren Gefilden weiter nördlich - so das gängige Erklärungsmuster.
In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" stellen Robert De Conto und David Pollard dieses Denkschema auf den Prüfstand. Ihre Modellrechnungen des südlichen Ozeans, der Atmosphäre und der Eisbildungsprozesse zeigen, dass sinkende Gehalte des Treibhausgases Kohlendioxid Auslöser des Kühlhauseffektes waren. "Im Vergleich zur Rolle des Kohlendioxid spielt unseren Modellberechnungen zufolge die Öffnung des südlichen Polarmeers einen sekundären Part", stellen die Nature-Autoren fest.
"Die von unseren amerikanischen Kollegen vorgestellten Ergebnisse basieren auf einem Ansatz, in dem insbesondere die Wechselwirkungen zwischen der Atmosphäre, dem Treibhausgas Kohlendioxid und dem Eisschild berücksichtigt werden" kommentieren Dr. Gerrit Lohmann und Dr. Martin Butzin. Die beiden am Forschungszentrum Ozeanränder tätigen Klimamodellierer geben jedoch zu bedenken: "Die Effekt der Passagen auf die Ozeanstörmungen und die damit verbundenen Wärmetransporte werden nur indirekt berücksichtigt. Daher ist eine Bewertung der relativen Wichtigkeit, den Ozeanströmungen bzw. atmosphärischem Kohlendioxid-Gehalte für den langfristigen Klimawandel haben, aufgrund dieser Studie nur eingschränkt möglich."
In der Tat deuten Modellstudien am Bremer Forschungszentrum darauf hin, dass nur die kombinierte Betrachtung aller beteiligten Ozeanpassagen den Schlüssel zur Verständnis der Vereisungsgeschichte der Antarktis bieten kann.
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- 31. Januar 2003
- 24. Januar 2003
- 17. Januar 2003

Welche Rolle spielen Meereströmungen bei der Vereisung der Antarktis? Oder ist alles nur eine Frage sinkender Kohlendioxidgehalte in der Atmosphäre?
Nachzulesen in: Nature, Vol. 421, S. 245-249, S. 221-223

Dr. Gerrit Lohmann, Klimamodellierer am Forschungszentrum Ozeanränder


