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MARUM




Der tiefe Ozean ist weitgehend unerforscht. Obwohl die Ozeane ca. 70 % der Erdoberfläche bedecken, wissen wir weniger über den Ozeanboden als über die Oberfläche des Mondes. Der Ozean nimmt eine Schlüsselposition im Erdsystem ein, da er unterschiedliche Komponenten, wie Geosphäre, Biosphäre und Klimasystem miteinander verbindet. Die zugrunde liegenden Prozesse und Wechselwirkungen sind hierbei jedoch nur ansatzweise verstanden. Dabei hat der Ozean eine zentrale Bedeutung für das menschliche Leben. Einerseits ist er eine wichtige Nahrungsquelle, andererseits deponieren wir im Ozean Abfälle und nutzen Rohstoffquellen im Ozean mit teilweise erheblichen Auswirkungen auf die marine Umwelt. Eine bessere Kenntnis der komplexen Zusammenhänge in unserer marinen Umwelt ist deshalb für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane unbedingt erforderlich.

Im MARUM arbeiten

- der Fachbereich Geowissenschaften und andere Fachbereiche der Universität Bremen,
- das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven,
- das Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen,
- das Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen,
- das Forschungsinstitut Senckenberg in Wilhelmshaven sowie
- die Jacobs University Bremen

eng zusammen.

Das MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden die Rolle der Ozeane im System Erde, insbesondere in Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane.

Die Forschung konzentriert sich auf die Ozeanränder (d.h., die Nahtstellen zwischen den Ozeanen und den Kontinenten) und die angrenzende Tiefsee. Das Gebiet der Ozeanränder reicht von der Küste über den Schelf und den Kontinentalhang zum Kontinentalfuß. Mehr als 60 % der Weltbevölkerung leben in den angrenzenden Küstenlandstrichen und seit langer Zeit nutzen sie die Küstengewässer intensiv für die Gewinnung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln. In jüngerer Zeit haben sich die menschlichen Aktivitäten immer weiter in den Ozean hinaus ausgedehnt, wo die Ozeanränder als mögliche Zentren für die Kohlenwasserstoffexploration, die industrielle Fischerei und andere wirtschaftliche Nutzungen zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen haben.

Die Forschung konzentriert sich auf sechs Forschungsfelder:

- Ozean und Klima,
- Biogeochemische Prozesse,
- Sedimentationsprozesse,
- Küstendynamik und Nutzungsfolgenforschung sowie
- Gas- und Fluidaustritte 
- Hydrothermale Quellen.

Dabei reichen die Themenschwerpunkte von Umweltveränderungen während der letzten 65 Millionen Jahre bis hin zu den Auswirkungen von aktuellen Küstenbaumaßnahmen, und von mikrobiellen Abbauprozessen im Sediment über Wechselwirkungen zwischen Fluidaustritten und Tiefseeökosystemen bis hin zu weiträumigen Sedimentrutschungen am Kontinentalhang.

Neben den Forschungsaktivitäten spielt auch die Bereitstellung von Forschungsinfrastruktur eine wichtige Rolle:

- Das MARUM betreibt eines von drei weltweit existierenden Bohrkernlagern des internationalen Tiefseebohrprogramms „IODP“.

- Das MARUM verfügt über einen modernen Gerätepark zur Erforschung des tiefen Ozeans, der fortlaufend weiterentwickelt wird. Hierzu zählen ein Tiefseebohrgerät, kabelgebundene Unterwasserfahrzeuge und bald auch ein autonomes Unterwasserfahrzeug.

Weitere zentrale Säulen des MARUM sind die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Öffentlichkeitsarbeit.

MARUM ist Mitglied im Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und im Deutschen Klimakonsortium (DKK) und beteiligt sich an den Aktivitäten des Nordwest-Verbunds Meeresforschung (NWVM).

 
Impressum | © marum | Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert von: Dr. Frank Schmieder. Datum: 05.08.2009, 12:30 Uhr