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Indianapolis - Isthmus
"Indianapolis" USS
Wo genau liegt eigentlich die USS Indianapolis, die am 30. Juli 1945 in der Nähe von Tinian/Pazifik gesunken ist?
Katrin Stötzel, per E-Mail
Bei dem schweren Kreuzer "Indianapolis" handelt es sich um das US-Kriegsschiff, das am 26. Juli 1945 jene beiden Atombomben auf der westpazifischen Insel Tinian ablieferte, die wenig später über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Kurz darauf nahm die "Indianapolis" von Guam aus Kurs auf die Phillipinen. Es sollte die letzte Reise des 200 Meter langen Kreuzers werden.
Am 30. Juli geriet das Schiff in das Fadenkreuz eines japanischen U-Boots. Kurz nach Mitternacht ließ dessen Kommandant sechs Torpedos auf die "Indianapolis" abfeuern. Während ein Torpedo in den Maschinenraum einschlug und die gesamte Schiffselektrik lahm legte, sprengte ein weiteres den Bug des Kreuzers weg, der zum Zeitpunkt des Unglücks 17 Knoten Fahrt machte. Tausende Tonnen Wasser drangen in die vorderen Decks ein. Das Schiff kippte nach Backbord über und ging kaum eine Viertelstunde später auf 12 Grad 2 Minuten Nord und 134 Grad 48 Minuten Ost mit dem Bug voran unter.
Zwar gelang es 900 der knapp 1200 Mann Besatzung gerade noch rechtzeitig, über Bord zu springen. Doch als der Morgen graute, begann für die teils schwer verwundeten Überlebenden ein Martyrium: kaum Rettungsflösse, kein Trinkwasser, keine Nahrung, von großen Öllächen umgeben, umzingelt von Hunderten von Haien. Als ein Patrouillenflugzeug vier Tage später eher zufällig die in ihren Schwimmwesten treibenden Männer entdeckte und Schiffe zu deren Rettung abkommandiert wurden, konnten nur mehr 317 Besatzungsmitglieder gerettet werden. Alle anderen waren ertrunken bzw. von Haien getötet worden.
Eine packende Beschreibung der Katastrophe findet sich auf der Internetseite http://www.ussindianapolis.org/pfinnstory.htm
Interne Wellen im Ozean
Nimmt die Bewegung der Ozeane mit zunehmender Tiefe ab? Von Carola Flad per Mail
Grob gesprochen ja. Die Wellenbewegung an der Oberfläche des Ozeans reicht maximal wenige Hundert Meter in die Tiefe. Es gibt allerdings Wasserbewegungen unter der Oberfläche, die für das Leben auf der Erde eine große Rolle spielen. Die Bewegungen der Oberfläche und die in der Tiefe werden durch verschiedene Mechanismen ausgelöst. Wasserbewegungen unter der Oberfläche sind meist wesentlich größer, aber dafür oft langsamer als die Wind verursachten Bewegungen der Oberfläche. Sie teilen sich in interne Wellen und Strömungen. Strömungen transportieren im Gegensatz zu Wellen, große Mengen von Wasser.
Die so genannten ‚internen Wellen' verlaufen an Grenzschichten innerhalb des Wassers, die durch Salz- und/oder Temperaturunterschiede geprägt sind. Da der Unterschied in der Dichte innerhalb des Wassers sehr viel geringer ist als der zwischen Wasser und Luft, können interne Wellen Höhen von mehreren Hundert Metern erreichen. Angetrieben werden sie unter anderem durch die Gezeitenkräfte.
Die Tiefenströmungen durchziehen unterschiedliche Stockwerke des Ozeans und umspannen alle Ozeane. Je kälter und salziger Wasser ist, umso schwerer ist es. Dadurch sinkt in den Polregionen Wasser ab und fließt am Meeresboden äquatorwärts. Allein im Nordatlantik fallen im Schnitt jede Sekunde 17 Millionen Kubikmeter Wasser in tiefere Wasserschichten. Das ist 20-mal mehr Wasser, als alle Flüsse der Welt zusammengenommen transportieren. In tiefem Wasser ist direkt über dem Meeresboden auf Grund von Reibung jedoch kaum Wasserbewegung zu spüren, außerdem nehmen die Dichteunterschiede mit zunehmender Tiefe ab.
Island-Staudamm
Wie wirkt sich das isländische Kárahnjúkar-Wasserkraftprojekt auf die Meeresumwelt aus?
Christian Martischius, Neustadt an der Weinstraße
Seit dem Bau des umweltpolitisch höchst umstrittenen Wasserkraftwerks Kárahnjúkar vor wenigen Jahren riegeln mehrere Dämme den Jökulsá á Dal ab. Bis dahin transportierte der Fluss geschätzte zehn Millionen Tonnen Sediment in Richtung Küste bzw. in die Heradsfloi-Bucht. Weil dieser Nachschub jetzt fehlt, wird sich die Strandlinie laut der von der Betreibergesellschaft in Auftrag gegebenen Umweltstudie in den kommenden 100 Jahren um etwa zwei- bis dreihundert Meter zurückziehen. Auch die Sandbänke und Inselchen im Mündungsgebiet des Jökulsa werden auf Grund von Nachschubmangel erodieren. Dass trifft vor allem die Seehunde, die hier ihre Jungen gebären. Ihr Bestand wird also schrumpfen. „Darüber, wie sich die Lebensbedingungen von Fischen, Krebsen und anderen Meerestieren verändern, kann man nur spekulieren“, sagt Professor Jon Olafsson von der Universität Island in Reijkjavik, denn dazu lägen bislang keine Studien vor. Die würden als Vergleichsstudien auch nur wenig hergeben, denn “es gab keine umfassende Untersuchung, die den ökologischen Zustand des küstennahen Meeres vor Beginn des Megaprojekts dokumentiert hätten”, klagt Umweltschützer Gudmundur Pall Olafsson.
Isthmus und Meerenge
Wie nennt man die Verbindung zwischen zwei Meeren?
Marc Franz, per E-mail
Wie eine Verbindung zwischen zwei Ozeanen bezeichnet wird, hängt sehr von deren Gestalt ab. So ist der Übergangsbereich zwischen Südatlantik und Indischem Ozean buchstäblich fließend. Zu groß ist die Distanz zwischen dem Kap der Guten Hoffnung und der Antarktis, als dass man ein genau definiertes, verbindendes Meeresgebiet als Übergangszone angeben könnte. Anders stehen die Dinge im Grenzbereich von Südatlantik und Südpazifik. Beide Teilozeane sind durch die 600 Seemeilen "schmale" Drake-Passage verknüpft. Wieder andere Meeresregionen sind durch weitaus schmalere Meerengen verbunden; so durch die Straße von Gibraltar, das Skagerrak oder die Dardanellen Sie werden laut Dobermanns "Wörterbuch vom Wassersport" im Englischen als "belt, bosphorus, channel, inlet, narrow, sound, strait" oder schottisch "kyle" bezeichnet. Diese begriffliche Vielfalt spiegelt die höchst unterschiedliche Gestalt der Übergangszonen, die häufig dadurch entstanden, dass Kontinentalbereiche unter dem Meeresspiegel absanken durch Bewegungen von Erdplatten sog. Grabenbrüche entstanden. Zudem weisen die Ozeane beiderseits einer Meerenge häufig sehr unterschiedliche Eigenschaften in Hinblick auf Salzgehalt, Flora und Fauna auf. Das Gegenstück zur Meerenge ist übrigens der Isthmus. Eine Landenge also, die an beiden Seiten von Meerwasser umspült ist und größere Kontinentalgebiete miteinander verbindet. Bekanntestes Beispiel dafür ist der Isthmus von Panama.

