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Februar 2003

28. Februar 2003

Am Donnerstag und Freitag dieser Woche findet in der Universität Bremen ein EUROPROX-Workshop statt. Er wird vom Europäischen Graduiertenkolleg "Proxies in Earth History" organisiert. Zwei Tage lang diskutieren 38 Wissenschaftler aus Amsterdam, Utrecht und Bremen im Geo-Gebäude der Unviersität über "Proxies". Das sind Stellvertreter-Variablen, mit denen sich z.B. die Meerestemperaturen der letzten Jahrhunderttausende rekonstruieren lassen.

Da dafür keine direkten Messungen vorliegen, sind die EUROPROX-Wissenschaftler auf der Suche nach Parametern, mit denen sich vorzeitliche Meerwassertemperaturen annähernd (approximativ) berechnen lassen. Dafür eignen sich die Sauerstoff-Isotopen O-16 und O-18. Sie sind in den Kalkschalen von Mikrofossilien gespeichert, die in früheren Epochen am Meeresboden abgelagert wurden.

Weitere Details zum Workshop bzw. zum Graduiertenkolleg: www.europrox.de

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Foto: A. Gerdes, DFG-Forschungszentrum

Das Geo-Gebäude der Universität Bremen.

21. Februar 2003

Auf der KayKay vor dem BioBio

Wissenschaftler des DFG-Forschungszentrums sind weltweit im Einsatz. Auf großen und kleinen Forschungsschiffen. Während eine größere Gruppe derzeit vor Namibia auf der "Meteor" arbeitet, brechen heute fünf Bremer Meeresforscher nach Chile auf. Dort treffen sie auf Kollegen des Ozeanografischen Forschungszentrums Südost-Pazifik COPAS. Gemeinsam sollen in der Nähe der etwa 800.000 Einwohner zählenden Stadt Concepcion Ablagerungsprozesse in einem untermeerischen Canyon erforscht werden. Die Unterwasserschlucht liegt vor der Mündung des BioBio-Flusses und dient als Auffangbecken für Sedimente (und leider auch für Zivilisationsmüll), die von den Flüssen ins Meer gespült werden.

Die vor der Mündung des BioBio-Flusses arbeitenden Geophysiker und Geologen sind mit dem nur 20 Meter langen chilenischen Forschungskutter "KayKay" unterwegs. Sie müssen sich auf Drei-Tages-Expeditionen beschränken, da der sehr knappe Platz für Wasser und Verpflegung einen längeren Einsatz verbietet.

Am kommenden Montag werden zunächst die Geophysiker ihre Messgeräte auf der "KayKay" installieren; ab Dienstag werden drei Tage lang so genannte seismische Profile aufgenommen. Diese "Schallbilder" vom Meeresboden zeigen den Wissenschaftlern, wie und wo die Sedimente im BioBio-Canyon abgelagert werden. Wenn die Geophysiker an Land gehen, um ihre Daten weiter auszuwerten, schlägt die Stunde der Geologen. Sie werden die Ablagerungen im Canyon beproben, um heraus zu finden, wie die Sedimente beschaffen sind, wo sie herkommen und - falls möglich - wie und wohin sie weiter transportiert werden.

Nach Abschluss der Arbeiten werden Proben- und Datenmaterial in Concepcion und Bremen weiter ausgewertet. Am Ende wird das Puzzle, das wir vom Bild unserer Erde haben, ein Stückchen mehr vervollständigt sein.

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Karte: Microsoft Encarta Professional 2002

Concepcion liegt etwa 420 Kilometer südwestlich der chilenischen Hauptstadt Santiago.


Der Forschungskutter KayKay.

14. Februar 2003

Drucksachen

Die Meldung dieser Woche ging am vergangenen Montag ein. Die US-amerikanische "Association for the Advancement of Science" (AAAS), Herausgeberin des renommierten Fachblatts Science teilte mit: In der Ausgabe vom 21. Februar erscheint der Artikel eines Wissenschaftlers des Forschungszentrums Ozeanränder. Darin geht es um erhöhte Methanmengen in vorzeitlichen Küstenmeeren, ihre Ursachen und Folgen. Erstautor ist Prof. Kai-Uwe Hinrichs. Der Geochemiker ist seit vergangenem Herbst Mitarbeiter des DFG-Forschungszentrums Ozeanränder. Er promovierte in Oldenburg und arbeitete später am Woods Hole Institut für Ozeanographie, das am Cape Cod im US-Staat Massachusetts beheimatet ist.

Die von Prof. Hinrichs gemeinsam amerikanischen Kollegen in Science erscheinende Arbeit entstand zwar noch in Woods Hole. Gemeinsam mit anderen hochrangigen Publikationen markiert sie gleichwohl einen neuen Abschnitt in der noch jungen Geschichte des im Sommer 2001 an die Universität Bremen vergebenen Forschungszentrums. Sie zeigt nämlich, dass die Aufbauphase des Zentrums weitgehend abgeschlossen ist. In den vergangnen eineinhalb Jahren wurden neue Räumlichkeiten bezogen, Professoren und Juniorprofessoren berufen, Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter und Techniker besetzt sowie neue Arbeitsgruppen aufgebaut. Jetzt gilt es, das wissenschaftliche Profil des Forschungszentrums zu schärfen. Die bevorstehende Publikation in Science, ein Artikel im Fachblatt nature, der in der vergangenen Woche erschien, sowie ein weiterer bereits akzeptierter nature-Artikel, der voraussichtlich im März in Druck geht, zeigen, dass die Wissenschaft im Forschungszentrum an Kontur gewinnt.

PS: Eine Pressemitteilung, in der die Science-Publikation von Prof. Hinrichs vorgestellt wird, erscheint Anfang kommender Woche und kann auf unserer Webseite "Pressemitteilungen" eingesehen werden.

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Foto: A. Gerdes, DFG-Forschungszentrum Ozeanränder

Im Innenhof des TAB-Gebäudes; dort hat das Forschungszentrum zwei Etagen belegt.

7. Februar 2003

Zwischenstopp für FS "Meteor"

Am morgigen Samstag geht im namibischen Hafen Walvis Bay der erste Abschnitt der derzeitigen Expedition des Forschungsschiffs "Meteor" zu Ende. 28 Wissenschaftler gehen von Bord, um wieder in ihre Heimatinstitute zurück zu kehren. "Die Zusammenarbeit mit den sechs südafrikanischen Kollegen zählt für mich zu den Highlights der Reise", meldet Fahrtleiter Dr. Ralph Schneider per email nach Bremen. "Vielleicht ergibt sich daraus ja eine noch engere Kooperation zwischen dem Forschungszentrum und der Universität Kapstadt."

Eine neue Wissenschaftler-Crew ist derzeit auf dem Weg nach Walvis Bay. Darunter der Wissenschaftliche Leiter des zweiten Fahrtabschnitts, Dr. Matthias Zabel, sowie Kollegen des DFG-Forschungszentrums Ozeanränder, der Instituts für Ostseeforschung Warnemünde und des Bremer Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie. Auch ein namibischer Kollege des National Marine Information and Research Centers Swakopmund wird auf der Meteor arbeiten.

Über die Forschungsreise und die dabei im Blickpunkt stehenden "ocean mysteries" berichtete die größte Tageszeitung des Landes, "The Namibian", sowohl in ihrer Print- als auch in ihrer Online-Ausgabe. (Bitte in der rechten Spalte anklicken.) Radio Bremen begleitet die Expedition mit regelmässigen Interviews von Bord.

FS "Meteor" wird Walvis Bay am Morgen des 11. Februar wieder verlassen. Bis dahin werden wissenschaftliches Gerät geladen, Treibstoff gebunkert sowie die Lebensmittelvorräte ergänzt. Der zweite Fahrtabschnitt dauert bis zum 12. März. Dann wird in Walvis Bay erneut einen kurze Zwischenstopp eingelegt.

Foto: A. Gerdes, DFG-Forschungszentrum Ozeanränder

Arbeitsdeck FS "Meteor": Ein Sedimentkern vom Meeresboden wird geborgen.


The Namibian, 22. Februar 2003
 
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