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Cap San-Schiffe - Corioliskraft
Cap San-Schiffe
Woher haben die Cap San-Schiffe eigentlich ihren Namen?
Dr. Sabine Hanno-Weber, per Mail
Cap San Antonio, Cap San Diego, Cap San Lorenzo, Cap San Augustin, Cap San Marco, Cap San Nicolas – Die als „Schwäne des Südatlantiks“ bekannten Schiffe waren in den sechziger Jahren der Stolz der Reederei Hamburg-Süd. Ihre Namenspaten waren – entsprechend ihrer Route zwischen Hamburg und Südamerika – kleine Landvorsprünge Südamerikas, wie z. B. das Cabo San Antonio an Argentiniens Ostküste. Ihre schlanken, eleganten Linie ließen sie eher Megayachten als Lastschiffen gleichen, und mit ihnen begann die große Ära der Frachtschiffreisen. Eine Fahrt an Bord eines Cap San-Schiffes gehörte lange zur feinsten Art des Reisens und war nur Wenigen vergönnt. Mitte der achtziger Jahre begannen Containerschiffe, die alten Stückgutfrachter zu verdrängen. Überlebt hat allein die Cap San Diego. Buchstäblich in letzter Sekunde rettete die Hamburg-Süd sie vor ihrer geplanten Verschrottung. Sie liegt heute als größtes schwimmendes Museum und maritimes Denkmal im Hamburger Hafen.
Heute fahren sechs funktionelle Containerschiffe unter den Traditionsnamen. Schwäne – wie ihre Vorgänger – sind sie sicherlich nicht. Entsprechend der neuen „Hausfarbe“ der Reederei Hamburg-Süd sind sie nicht mal mehr weiß, sondern rot.
CO2 im Meer: Auswirkungen
Der Weltozean nimmt zunehmend Kohlendioxid auf. Welche Auswirkungen hat das auf unser Klima?
Ulrich Beilfuss, Wilhelmshaven
Lange Jahre fehlte den Wissenschaftlern Kohlendioxid, wenn sie die Bilanz von Ausstoß und Konzentrationsanstieg in der Atmosphäre verglichen. Dann stellte sich heraus, die Ozeane nehmen einen Großteil des vom Menschen ausgestoßenen Kohlendioxid auf. So weit die gute Nachricht. Leider ist das Kohlendioxid im Meer chemisch aktiv. Es verbindet sich mit dem Wasser zu Kohlensäure und übersäuert so die Ozeane.
Normalerweise liegt der Meerwasser Säurewert des Meerwassers, der so genannte pH-Wert bei 8,2. Doch der pH-Wert des Oberflächenwassers ist jetzt schon auf einen Mittelwert von 8,1 gesunken. Forscher weltweit fürchten, dass bei unveränderter Ausstoß von Kohlendioxid der pH bis 2100 insgesamt um 0,5 sinken könnte. Das wäre eine Änderung um den Faktor 3, da es sich um eine logarithmische Skala handelt. Ein pH von 7,7 wäre der niedrigste Wert seit etwa 20 Millionen Jahren.
Doch das größte Problem ist die Geschwindigkeit mit der dies geschieht. Sie liegt etwa 1.000 Mal höher als jemals zuvor. Das lässt den Organismen keine Zeit sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Das ist die schlechte Nachricht. Denn der pH-Wert beeinflusst direkt die Fähigkeit von Meeresorganismen ihr Kalkskelett aufzubauen. Und das betrifft Seeigel, Schnecken, Muscheln, Korallen, Krebse und vor allem auch Planktonorganismen. Winzige Algen und Tiere, die in der obersten Schicht des Wassers leben und eine ähnliche Stellung haben wie Pflanzen an Land. Sie stehen ganz am Anfang der Nahrungskette. Versuche, in denen solche Organismen den prognostizierten Kohlendioxidgehalten im Wasser ausgesetzt wurden, sind ernüchternd: Die Kalkalgen sind verkümmert, Muschellarven verschwinden.
Im Mai 2006 nahm der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung/Globale Umweltveränderungen daher in einem Sondergutachten Stellung zu diesem Thema. Die Gutachter definierten u.a. Messwerte, deren Unter- bzw. Überschreitung ernste Folgen für das Gesamtsystem Ozean hätte. "Der Beirat nimmt kein Blatt vor den Mund: Zum ersten Mal wird hier die zweifache Bedrohung durch den übermäßigen Kohlendioxidausstoß, nämlich der Treibhauseffekt und die Versauerung der Ozeane, aufeinander bezogen", so Professor Ulf Riebesell vom Leibniz Institut für Meereswissenschaften der Universität Kiel, über den Bericht.
Container, verloren
Wie wird die Schifffahrt vor verloren gegangenen Containern gewarnt?
Matthias Ludwig, Berlin, per Email
Von 1990 bis 2005 gingen laut einer Diplomarbeit der Bremer Hochschule für Nautik weltweit pro Jahr durchschnittlich 1.200 Container über Bord. Melden Kapitän oder Lotse den Verlust, geben die Verkehrszentralen der Wasser- und Schifffahrtsämter an Ostsee, Elbe, Weser, Jade und Ems umgehend regionale Warnungen über ihre UKW-Revierkanäle aus. Zudem veröffentlichen die Nautischen Büros der Ämter „Bekanntmachungen für Seefahrer“, die in Nord- und Ostseehäfen ausgehängt und zudem unter www.elwis.de verbreitet werden. Einmal wöchentlich veröffentlicht das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie online und gedruckt seine „Nachrichten für Seefahrer“. Eine gute Informationsquelle stellt auch der bei Emden ansässige Seewarndienst dar. Er gibt Meldungen für Nord- und Ostsee auf der international festgelegten Frequenz 518 kHz über Navtex heraus. „Durch Navtex, den Navigational Information over Telex, hat die Schifffahrt die Möglichkeit, sich bereits vor Befahren des Reviers über Besonderheiten, die kurzfristig aufgetreten sind, zu informieren“, sagt Kapitän Jörn Karweit vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven. Die Navtex-Meldungen werden übrigens aus von bestimmten öffentlich-rechtlichen Radiostationen übernommen.
Containerschiff, größtes
Welches ist das größte Container Schiff der Welt?
Annette Ahe, per E-Mail
Emma Maersk, so heißt die zurzeit größte Dame der Welt. Nur wenige Meter fehlen ihr zur 400 Meter Marke. Weit über 13.000 Standard-Containern (TEU) kann sie laden – ein Zug, der sie alle aufnehmen könnte, wäre 86 Kilometer lang. Im September 2006 lieferte die Odense Lindø Werft in Dänemark den Superfrachter mit den eleganten Linien ab. Als die „Emma Maersk“ kurz darauf das erste Mal in Bremerhaven anlegte, musste vorher die Wendestelle vor dem Terminal auf 600 Meter erweitert werden. Voll beladen hat sie einen Tiefgang von 16 Metern. Sollte sie jemals so Bremen anlaufen wollen, ginge dies auch nach der für 2007 geplanten Weservertiefung nur mit der Flutwelle unter dem Kiel. Auf der Elbe funktioniert auch das nicht. Eine klassische Kundin also für den Tiefwasserhafen, der in Wilhelmshaven gebaut wird. Nur 13 Mann Besatzung sind laut Angaben der dänischen Reederei Maersk nötig, um mit dem hochautomatisierten Schiff in See zu stechen. Ihr Kapitän Marius Gardastovo ist zufrieden: Als kraftvoll, vertrauenswürdig und leicht zu steuern beschreibt er sie. Angetrieben wird der Riese von einem 14-Zylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 110.000 PS. Einmal die Woche sollen die „Emma“ und ihre neuen Schwesterschiffe auf der Asien-Linie in Zukunft Bremerhaven anlaufen. Für die Schlepper-Besatzungen nichts Besonderes: „Es ist im Grunde genommen ein ganz normaler Job, das Schiff ist eben nur etwas größer“, sagte einer der Männer, als zum ersten Mal die etwa 20 Meter hohe Bordwand der „Emma“ vor ihm aufragte.
Er wird sich an den Anblick gewöhnen, denn der Trend zu immer größeren Schiffen senkt die Kosten pro Containerplatz an Bord enorm und macht so die Schiffe wirtschaftlicher. „Innerhalb der nächsten zehn Jahre bis 2017 gehen wir bei vorsichtiger Schätzung von einer Verdopplung des Containervolumens für die vier großen nordeuropäischen Häfen, Rotterdam, Hamburg, Antwerpen und Bremerhaven aus“, sagt Rüdiger Staats, Pressesprecher der Hafengesellschaft bremenports. Kein Wunder, dass die Containerschiffe immer schneller wachsen müssen, um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können. Allein im Zeitraum von Februar 2005 bis September 2006 wechselte der Titel „größtes Containerschiff der Welt“ sieben Mal den Träger. Die „Emma Maersk“ braucht jedoch in absehbarer Zeit nicht um ihren Titel zu fürchten – in den Auftragsbüchern der Werften steht auf Jahre nichts, dass ihr auch nur nahe kommt. Während ihre sechs Vorgänger zusammen die Ladekapazität seit Anfang 2002 nur um etwa 2.000 Container nach oben drückten, hat sie alleine den Rekord um gut 4.000 TEU angehoben.
Corioliskraft
Verursacht die Coriolis-Kraft den Wirbel in der Badewanne?
Max-Horst Mühlpfordt, Halle /Saale, per email
Das Gerücht, dass ablaufendes Wasser in der Badewanne den Gesetzen der Coriolis-Kraft gehorcht, ist hartnäckig. Der Einfluss der Coriolis-Kraft in einer normalen Badewanne ist so gering, dass schon ein Lufthauch sie aushebeln kann. Und erst recht, die chaotischen Strömungsverhältnisse, die wir erzeugen, wenn wir aus der Wanne steigen. Erst in einer Badewanne von der 500fachen Größe einer normalen würde sich der Effekt der Coriolis-Kraft zuverlässig nachweisen lassen. Dies ergaben Berechnungen des Mathematikers Michael Page von der australischen Monash University.
Die Coriolis-Kraft ist ein Effekt, der durch die Erdrotation verursacht wird. Ein Punkt am Äquator legt während einer Erdumdrehung rund 40.000 Kilometer zurück. Der Erdumfang nimmt zu den Polen hin ab, die Anzahl der Umdrehungen aber natürlich nicht. Daher legt ein Punkt weiter polwärts in derselben Zeit einen entsprechend kürzeren Weg zurück. Er ist also vergleichsweise langsamer als ein Punkt am Äquator. Bewegt sich eine Masse Richtung einem der Pole, wird sie durch diese Geschwindigkeitsunterschiede abgelenkt – auf der Nordhalbkugel in Bewegungsrichtung nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links.
Demzufolge würde sich der Wirbel über dem Stöpsel in einer überdimensionalen Badewanne auf der Nordhalbkugel mit dem Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen.
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