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Eisbrecher

EISBRECHER

In Hinblick auf wissenschaftliche Ozeanbohrprojekte ist das arktische Becken bislang ein weißer Fleck. Das hängt u.a. mit den Problemen zusammen, ein Schiff während der Bohrphase stabil auf Position zu halten - und dies bei Nebel, wechselnden Winden und Treibeisschollen mit bis zu 20 Meter mächtigen Presseisrücken. Eine ortsfeste Position ist jedoch notwendig, da sonst das Bohrgestänge zwischen Schiff und Meeresboden abknicken könnte. Geplant ist, während der ACEX-Expedition in etwa 1.000 Metern Wassertiefe eine 500 Meter mächtige Sedimentschicht zu durchbohren. Da jeder Bohrkernabschnitt 4,5 Meter lang ist, sind dafür mehr als 100 Bohrgänge erforderlich. Ein dynamisches Positionierungssystem, das ständig mehrere am Schiffsrumpf verteilte Propeller per Computer koordiniert, soll die stabile Position des Bohrschiffs sicherstellen.

Um den Herausforderungen von Wind und Wetter gewachsen zu sein, setzt die Arctic Coring Expedition drei Eisbrecher ein. Die in Schweden registrierte Vidar Viking fungiert mit ihrem 34 Meter hohen Bohrturm als Bohrschiff. Zwei weitere Eisbrecher, die schwedische Oden und die russische Sowetskiy Sojus, dienen als Schutzschild. Sie operieren in der Nähe der Vidar Viking, um Eisschollen zu zerkleinern und aus dem Weg zu räumen. Neueste Satelliten- und Kommunikationstechnologien werden eingesetzt:. Die schwedische Heimatbasis der Oden übermittelt ständig Informationen zu Wetterentwicklung und Eisdrift an die Expedition. Vor Ort setzen Helikopter zudem Transponder auf großen Eisschollen ab; satellitengestützt ermitteln diese dann Driftgeschwindigkeit und -richtung der Schollen und leiten die Informationen an die Eisexperten auf den Schiffen weiter.

So gesehen handelt es sich bei der Arctic Coring Expedition um eine wirkliche Pioniertat. Was zum Gelingen des Projekts jetzt noch fehlt, sind gutes Wetter und ein bisschen Glück. Darauf können selbst die besten Wissenschaftler nicht verzichten, wenn sie Herausforderungen wie diese angehen.

Foto: SPRS Stockholm

Der Eisbrecher ODEN in Nähe des Nordpols.

Foto: A. Gerdes, RCOM Bremen

Tierische Begegnung.

Foto: B and N Nordsjöfrakt

Easy Going: Die VIDAR VIKING.

 
Impressum | © marum | Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert von: Dr. Frank Schmieder. Datum: 09.04.2010, 10:43 Uhr