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Bohrschiffe und Plattformen
Die JOIDES Resolution
Die JOIDES Resolution ist eines der technologisch am besten ausgerüsteten Bohrschiffe der Welt und das 'Herz' des US Drilling Operators. Die Texas A & M University ist für die technische Ausrüstung und Versorgung des Schiffes verantwortlich.
Zwei Spezialbohrteams sowie jeweils 30 internationale Wissenschaftler nehmen an den 8-wöchigen Fahrten teil. An vorher genau festgelegten Postionen werden im 24-Stundenbetrieb Bohrkerne aus dem Meeresboden gewonnen. Das Schiff wird über ein satellitengesteuertes Positionierungssystem mittels 12 kraftvoller Schrauben genau oberhalb der Bohrstelle gehalten (siehe Abbildung). Dadurch können Löcher bis zu einer Wassertiefe von 8.200 Metern gebohrt werden!
Einst als Ölexplorationsschiff genutzt, wurde die JOIDES Resolution vom Ocean Drilling Program 1984 zu einem schwimmenden Forschungszentrum umgebaut und ersetzte die bis dahin für das Deep Sea Drilling Project (DSDP) operierende Glomar Challenger. Auf den insgesamt über 1.300 m² Laborfläche stehen den Wissenschaftlern modernste Geräte zur Verfügung, um gleich an Bord erste Untersuchungen vornehmen zu können.
Dazu zählen u.a. Bohrkernbeschreibungen, chemische Porenwasseranalysen, paläomagnetische Messungen, röntgenographische Aufnahmen, mikropaläontologische Altersbestimmungen, physikalische Untersuchungen der Bohrlöcher und seismische Messungen des Meeresbodens.
Weitere Informationen zum Bohrschiff
Mit IODP Expedition 312 endete im Dezember 2005 die erste Bohrphase des amerikanischen Betreibers. Die JOIDES Resolution wurde für die 2. Phase, die mit Verspätung im Frühjahr 2009 beginnt, komplett umgebaut (Scientific Ocean Drilling Vessel, SODV).

Die CHIKYU
Das japanische Forschungsbohrschiff Chikyu (zu deutsch "Erde") wurde vom Japan Marine Science & Technology Center (JAMSTEC) gebaut. Das über 200m lange Schiff ist mit einem sog. "riser drilling system" ausgerüstet. Hier kann durch eine kontrollierte Spülung von Bohrschlamm in Verbindung mit einem "Blowout Preventer" in Sedimenten mit hohem Porendruck gebohrt werden, da eine wesentlich größere Stabilität des Bohrloches gewährleistet ist als auf dem riser-less Forschungsbohrschiff JOIDES Resolution.
Im Rahmen von IODP wird die Chikyu ab 2007 offiziell eingesetzt.


Mission Specific Platforms (MSP)
Die europäische Beteiligung von IODP wird Bohrziele definieren und die Nutzung von alternativen Plattformen festlegen, die für die europäische Geowissenschaft vorrangig sind.
Das erste Ziel (2004) war das wissenschaftliche Bohren in der Arktis, wobei insgesamt 430m unter dem Meeresboden erfolgreich gebohrt wurde.
Das zweite Ziel (2005) waren die Korallenriffe um Tahiti im Pazifischen Ozean. 632 m Riffmaterial wurden erbohrt.
Die dritte Expedition fand 2009 auf dem Schelf vor New Jersey (New Jersey Shallow Shelf, Exp. 313) statt.
Das Große Barriere-Riff war Ziel einer MSP-Expedition in 2010 (Great Barrier Reef Environmental Changes, Exp. 325)
Für 2013 ist eine weitere Expedition in der Ostsee geplant.
Drillship DP Hunter off Tahiti

Drillship/Icebreaker Vidar Viking in the Arctic


